„Dann wirst du eben gekündigt!“ Wie loyal musst du im Network Marketing sein?

Trainingstipps & Know how   ●   Veröffentlicht von Netcoo Redaktion    ●   

Wie oft hast du schon mit dem Gedanken gespielt, dein Network Marketing Unternehmen zu verlassen? Wie oft hast du schon gedacht, dass es woanders besser sein könnte? Wärest du bereit, mit deinem Unternehmen nicht durch gute, sondern auch durch schlechte Zeiten zu gehen? Wie loyal bist du? Und wie loyal solltest du sein? Und wo hört Loyalität auf?

Der große Vorteil im Network Marketing ist die grenzenlose Freiheit. Die Selbständigkeit ohne finanzielles Risiko mit dem Luxus, wann und wo und mit wem arbeiten zu können ist ein Reiz. Aber ist die Freiheit im Network Marketing wirklich grenzenlos? Wie sehr ist man von dem jeweiligen Unternehmen abhängig? Wie sehr werden einem die Regeln diktiert und wie sehr ist man eine Marionette der Company? Und wie sehr darf sich ein Unternehmen von seinen Vertriebspartnern auf der Nase herum tanzen lassen? Und ist man nicht auch von den Partnern in seinen Team abhängig? Letztlich führt eine Zusammenarbeit doch immer zum Kompromiss. Denn funktionieren unsere Partner nicht, dann verdienen wir kein Geld. Wird man also doch vom Unternehmen und der eigenen Struktur eingeengt? Und sitzt ein Unternehmen nicht immer – auch wirtschaftlich – am längeren Hebel?

Die Motivation zu diesem Text entstand u.a., nachdem bekannt wurde, dass LR Health & Beauty Systems seiner 5-Sterne-Präsidentin Selcan Güleryüz fristlos gekündigt hat. Was ist hier passiert? Es wird gemutmaßt, dass Güleryüz zu engen Kontakt zu ex LR No1 Ilhan Dogan hegte. Dogan, der LR im Jahre 2016 verließ und jetzt mit Verway ein eigenes Unternehmen aufbaut, fungierte viele Jahre als Mentor der erfolgreichen Türkin. Nach Netcoo-Recherche sollte sich Selcan Güleryüz von Dogan distanzieren und sich uneingeschränkt zu LR bekennen. Doch ging es im Fall LR Health & Beauty Systems wirklich nur um eine Kontaktsperre? Eher weniger, vermutlich wollte LR konsequent und mit aller Härte seinen wichtigsten Umsatzmarkt schützen und nahm damit billigend in Kauf – das man eben vorbeugend – eine seiner erfolgreichsten Partnerinnen überhaupt in der Unternehmensgeschichte verliert, in dem man sie eben fristlos kündigt wenn sie nicht auf „Linie“ gebracht werden kann. 

Doch darf einem das eigene Unternehmen den Kontakt zu anderen Personen – egal, in welchen Positionen sich diese befinden – überhaupt untersagen? Wie viel Loyalität kann bzw. darf ein Unternehmen von seinen Partnern überhaupt verlangen? Nutzt ein Unternehmen die (wirtschaftliche) Abhängigkeit seiner Partner gezielt aus? Es gibt durchaus Leader in verschiedenen Positionen bei verschiedenen Unternehmen, die nur zu gerne wechseln würden, sich aber aus wirtschaftlichen Gründen einfach nicht trauen und daher – zumindest nach außen – einem Unternehmen Loyalität zollen.

Menschen folgen Menschen und keinen Unternehmen
Schauen wir uns ein Beispiel aus der Wirtschaft an: Frau Müller arbeitet als Bäckereifachverkäuferin in der Bäckerei „X“. Ist sie jetzt ihrem Arbeitgeber über verpflichtet, ihre Backwaren ausschließlich bei ihm zu kaufen? Was, wenn sich Frau Müller nach Feierabend für den Brotkauf bei Bäckerei „Y“ entscheidet? Wäre diese Tat abmahnfähig? Die Antwort auf diese Frage birgt großes Diskussionspotenzial. Natürlich darf jeder in seiner Freizeit tun, was er will (und einkaufen, wo er will). Aber ist nicht auch Fairness dem Arbeitgeber gegenüber gefragt?

Ist das Bäckerei-Beispiel aber überhaupt mit dem Network Marketing vergleichbar? Im Network Marketing geht es um die wichtigste Ressource: den Vertriebspartner – gerade bei potentiellen Abwerbungen reagieren die Unternehmen besonders sensibel. Und Haiangriffe von ex. Leadern auf Unternehmen und ganze Vertriebsorganisationen sind in der Network Marketing Branche keine Seltenheit. (siehe Bericht hier). Aber das auch bei einem Unternehmenswechsel von Top-Leadern ganze Vertriebsstrukturen abwandern ist keine Seltenheit. Menschen folgen eben Menschen und keinen Unternehmen.

In den vergangenen Monaten haben einige Top-Führungskräfte ihre Unternehmen verlassen – und das sogar freiwillig. Sie ließen sich nicht einmal durch hohe Bonus-Schecks, lukrative Incentives oder andere Versprechen halten. Es ist erschreckend zu sehen, dass Top-Leader gehen und bereit sind, all die Erfolge, all die langen Jahre des Geschäftsaufbaus und all die Teampartner hinter sich zu lassen, um dem Unternehmen den Rücken zu kehren. Es gibt Führungskräfte, die auf eine Abfindung verzichten, nur um schnell raus zu kommen. Sie verlassen ein Unternehmen, mit dessen Zielen sie sich jahrelang identifiziert haben.

Du bist so frei wie es in deinem Vertrag steht
Wie sehr muss es in den Monaten (oder gar Jahren) zuvor in der Leader-Seele gebrodelt haben, bis es zum Cut kam?! Ein Partner, der kündigt, büßt nicht nur finanziell ein. Der Partner verliert seinen Status und er verliert vor allem eines: Den Zusammenhalt in seinem Team. Ein Partner – kündigt er selbst oder wird ihm gar vom Unternehmen gekündigt – fängt wieder bei Null an. Ist es das wert? Warum hat man sich zuvor nicht gewehrt? Hätte es nicht die Möglichkeit gegeben, zusammen mit dem Unternehmen eine Lösung zu finden? War der Druck am Ende zu groß? Welcher Druck? Wo wir doch im Network scheinbar alle so frei sind. Ist man überhaupt frei – oder ist man nur so frei wie es in den AGB der Vertriebspartnerverträge steht?

Genauso einfach wie der Einstieg in ein Unternehmen ist auch der Ausstieg. Immer wieder beobachtet man Partner beim „Network Hopping“, immer in der Hoffnung, in der neuen Company könnte alles besser sein. Es wäre ja möglich, hier noch schneller noch mehr Geld zu verdienen. An dieser Stelle sollte man nicht nur ehrlich zu sich selbst, sondern auch sachlich sein. Es wird nicht besser. Es wird immer nur besser, wenn man selbst besser wird. Wer sich ernsthaft für ein Unternehmen entschieden hat und die Produkte liebt, sollte sich auf den Geschäftsaufbau konzentrieren, anstatt das Unternehmen und seine Vorgehensweise ständig zu hinterfragen.

Wie heißt es im Network Marketing doch so schön: „Alle arbeiten mit den gleichen Produkten und dem gleichen Karriereplan. Gibt es nur eine einzige Person, die bereits erreicht hat, was du erreichen möchtest, dann ist es möglich, genau dieses Ziel zu erreichen. Erreichst du es nicht, dann liegt es an dir und nicht am Unternehmen.“ Zeige Loyalität und stehe auch Durststrecken durch. Vermeide üble Machenschaften und verstoße nicht gegen die Geschäftsbedingungen. Aber: Kenne deine Grenzen. Erst, wenn massive Unstimmigkeiten im Unternehmen auftauchen – Produkte werden nicht ausgeliefert, Provisionen werden nicht bezahlt, der Karriereplan wird zu deinen Ungunsten verändert, du unter Druck gesetzt wirst etc. – ist die Zeit möglicherweise reif für eine Veränderung.

Erst, wenn deine Werte nicht mehr mit den Werten des Unternehmens übereinstimmen, darfst du gehen! (BS)

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