Was wir von den „Löwen“ lernen können

Gründer-Wissen   ●   Veröffentlicht von Netcoo Redaktion    ●   

Die neue Staffel der VOX-Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ war zum Staffelstart am 23. August erfolgreicher denn je. Mit 2,63 Millionen Zuschauern schlug sie zur beliebten Sendezeit um 20.15 Uhr sogar Sender wie RTL und das ZDF.
Hintergrund der Show: Start-up-Unternehmer präsentieren den fünf Investoren („Löwen“) ihr Business und bewerben sich um eine Finanzspritze. Im Gegenzug für das Geld geben sie Unternehmensanteile ab. Den Zuschauer erwartet weitaus mehr als eine Show mit packendem Verhandlungsgeschick. Vor allem Gründer können lernen, wie erfolgreich gepitcht wird.

Für Gründer und all diejenigen, die überlegen, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen, ist das Fernseh-Format mehr als nur Show. Schaue und lerne heißt es vielmehr, denn nicht immer ist es leicht zu verstehen, warum sich die „Löwen-Investoren“ für oder gegen eine Geschäftsidee entscheiden.

In der ersten Folge der neuen Staffel treffen wir auf Stefan Lemcke, der gemeinsam mit seiner Frau Anne sein Unternehmen „Ankerkraut“ gründete. Der 39-jährige Unternehmer lernte schon in seiner Kindheit in Tansania die Macht der Gewürze kennen. Hierzulande ärgerte er sich über die schlechte Qualität und die hohen Preise für Gewürzmischungen. Inzwischen bietet das Unternehmer-Paar über 100 verschiedene selbst gemischte Gewürze an und wächst kontinuierlich, gemessen an Umsatz, Gewinn und Mitarbeiterzahl. Um weiter wachsen zu können, werden wichtige Maschinen benötigt, hierfür erhofften sich die Lemckes 300.000 Euro gegen zehn Prozent ihrer Firmenanteile.



Dass „Ankerkraut“ bei den Investoren gut ankommt, liegt nicht allein am durchdachten Geschäftskonzept, den bereits vorhandenen hohen Umsätzen oder einer Geschäftsidee, in einem Markt, der augenscheinlich von großen Platzhirschen besetzt scheint. Es geht nicht einfach nur darum, außergewöhnliche Gewürze zu kreieren. Vielmehr ist es der Unternehmens-Spirit, der die Investoren überzeugte, den Deal einzufädeln. „Sie verkörpern für mich wahren Gründergeist und strahlen Energie aus“, lobte Jochen Schweizer. Geld gab es dann aber von Online-Unternehmer und „Löwe“ Frank Thelen.

Auch Gründerin Sibilla Kawala Bulas konnte mit ihrem Trachtenmode-Label „Limberry“ überzeugen. Der 32-Jährigen wurde von der Investoren-Jury eine außergewöhnliche Persönlichkeit bescheinigt, die auf alle Fragen zu ihrem Unternehmen eine präzise Antwort geben konnte. Nicht nur, dass sie mit ihrem Online-Trachtenmode-Konfigurator eine lukrative Business-Idee aufgebaut hat, nein, sie sorgte auch für überraschte Gesichter bei den „Löwen“, als sie berichtete, ihren Umsatz mittlerweile verfünfzehnfacht zu haben. Für den Start in die Selbständigkeit kündigte Bulas ihren Bausparvertrag. In der Sendung wollte die junge Gründerin 150.000 Euro für zehn Prozent ihrer Firmenanteile bekommen. Williams und Maschmeyer legten ein Gegenangebot vor, das die Gründerin annahm: 250.000 Euro für 20 Prozent der Anteile. Die Sendung habe sie als große Chance gesehen, um von den Erfahrung erfolgreicher Unternehmer zu lernen und von deren Netzwerk zu profitieren, sagte Bulas. Die Aussicht auf das Invest stand für sie erst an zweiter Stelle.

Es ist die Mischung aus guter Geschäftsidee, der Chance, den globalen Markt mit seinem Produkt erobern zu können, aber noch wichtiger ist die Persönlichkeit des Gründers, die Investoren letztlich überzeugt. Wie gut kann jemand überzeugen, wie leidenschaftlich kämpft er für sein Produkt und wie detailliert kann er seine Geschäftsidee darlegen (Zahlen, Daten, Fakten)?

Verkaufe dich und nicht (nur) dein Produkt!

Wer also genau darauf achtet, mit welcher Begründung sich das Löwen-Team für ein Invest entscheidet, kann viel für sein eigenes Unternehmen lernen.

Dass ein Konzept aus der Show großen Erfolg haben kann, beweist der Bio-Suppen-Hersteller „Little Lunch“. Im Juni 2014 gegründet, setzte das Unternehmen im Jahr 2015 rund drei Millionen Euro um, für das bestehende Jahr sind 20 Millionen Euro Umsatz angestrebt. Pro Monat verkauft Little Lunch nach eigenen Angaben etwa 600.000 Suppen, vor der Teilnahme an der Löwen-Show waren es gerade einmal 5000 Stück monatlich. Neue Produkte wie Bio-Smoothies sowie ein Verkauf über große Einzelhandelsketten (etwa Rewe) und Teleshopping-Präsentationen sind allein in den letzten Monaten hinzugekommen. Dank der Investoren Frank Thelen und Judith Williams gab es nicht nur Geld, sondern es haben sich auch Türen geöffnet. Little Launch ist das bisher erfolgreichste Start-up aus „Die Höhle der Löwen“. BS

Fotos:
Die „Löwen“-Jury: Carsten Maschmeyer (Maschmeyer Group), Judith Williams (Judith-Williams-Markenwelt), Frank Thelen (Seriengründer, Frühphasen-Investor), Jochen Schweizer (Jochen Schweizer Unternehmensgruppe) und Ralf Dümmel (DS Produkte). Foto: VOX/Benno Kraehahn

Little-Launch Gründer Denis und Daniel Gibisch. Fotos: Little Lunch

Show Your Business zu diesem Beitrag:

Free, Basic, Premium, Premium VIP
Bestellen Sie Ihren Free, Basic, Premium oder Premium VIP Eintrag jetzt

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.