Steuerleitfaden

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Der Steuerleitfaden

Steuerleitfaden für Existenzgründer

Network Marketing ist eine stark wachsende Industrie mit hervorragenden Wachstumsaussichten. Die Gründung einer Existenz ist hier sehr einfach, da neben dem geringen Risiko auch steuerlich keine großen Hürden zu überwinden sind.

Mit der Unterstützung des „Steuerleitfadens für Existenzgründer im Network Marketing“ lassen sich die steuerlichen Verpflichtungen sehr einfach erledigen.
Neben allen steuerlichen Pflichten sollte bereits im Vorfeld der Unternehmensgründung der Gewerbeanmeldung besondere Beachtung geschenkt werden. Gerade hier besteht ein sehr großes Gestaltungspotenzial hinsichtlich der Unternehmensform.

So bietet bei Ehegatten die Form der Gesellschaft des bürgerlichen Rechts doch erhebliche Vorteile, da dann die Geschäftskosten beider Ehegatten in Abzug gebracht werden können. Außerdem lässt sich die Beteiligung am Gewinn leicht ändern, sodass bei Hinzuverdienstgrenzen Gestaltung möglich ist (Hartz-IV–Empfänger, bestimmte Rentenempfänger, besondere Berufsgruppen etc.).

Die größten Kosten in Ihrem Business werden die Kraftfahrzeugkosten darstellen.

Für den Abzug von Kfz-Kosten gibt es im Grunde 2 Möglichkeiten:

a) die Pauschalmethode:

Sie notieren alle geschäftlich gefahrenen Kilometer (km) eines Jahres und können dann pro gefahrenen Kilometer 0,30 Euro als Betriebsausgaben in Abzug bringen.

Beispiel: Gefahrene km 12.000 * 0,30 Euro = 3.600 Euro Betriebsausgabe. Vorsteuerbeträge und andere Rechnungen dürfen dann nicht mehr zusätzlich angesetzt werden. Dies kann gerade bei Neufahrzeugen sehr nachteilig sein.

b) Nach den tatsächlichen Kosten:

Nutzen Sie Ihr Auto zu über 50 Prozent betrieblich (notwendiges Betriebsvermögen) oder haben Sie es ab 10%iger betrieblicher Nutzung aus Vorsteuergründen o.ä. dem Betriebsvermögen zugeordnet (gewillkürtes Betriebsvermögen), dann müssen Sie die tatsächlichen Kosten wie Sprit, Reparaturen etc. auflisten.

Hier empfiehlt es sich, wegen des Ansatzes eines privaten Anteils für Privatfahrten ein Fahrtenbuch zu führen, damit Sie alle steuerlichen Vergünstigungen wahrnehmen können. Das Finanzamt überprüft allerdings sehr häufig im Rahmen der Veranlagungsarbeiten oder im Rahmen einer Betriebsprüfung die Richtigkeit der Aufzeichnungen.

Darauf sollten Sie unbedingt achten, denn diese Stichproben geschehen regelmäßig:

Überprüfung der Tankquittungen. Schlecht ist derjenige dran, der sich laut Fahrtenbuch in München befindet, aber in Dortmund getankt hat.

Ebenfalls lassen sich anhand der Reisekosten und der aufgezeichneten Bewirtungsbelege Rückschlüsse auf Ihre Eintragungen im Fahrtenbuch ziehen. Auch wird der Kilometerstand in Werkstattrechnungen mit den Eintragungen im Fahrtenbuch verglichen.

Führen Sie jedoch kein Fahrtenbuch, wird der private Anteil der Fahrten nach der so genannten „1 Prozent-Regelung“ ermittelt. Dies kann sehr nachteilig sein, wie unser Beispiel anschließend zeigen wird. Hier wird monatlich 1 Prozent des Bruttolistenneupreises des Autos als Privatanteil als Betriebseinnahme angesetzt. Dies führt in vielen Fällen zu überhöhten Privatanteilen, die sich nur durch ein ordnungsgemäß geführtes Fahrtenbuch vermeiden lassen.

Beispiel:

Kauf eines gebrauchten BMW – seinerzeitiger Bruttolistenneupreis 50.000 Euro – für 12.000 Euro im Januar 2004. Laufende Kosten: 4.000 Euro. Steuerliche Restnutzungsdauer 3 Jahre (ergibt Abschreibung von jährlich 4.000 Euro). Ein Fahrtenbuch wurde nicht geführt.

Lösung:

Privatanteil = Betriebseinnahme: 1% * 12 Monate = 12% v. 50.000 Euro = 6.000 Euro Betriebsausgaben (Abschreibung und laufende Kosten) = 8.000 Euro

Privatanteil damit: 75 Prozent

Mit anderen Worten: Von Ihren gesamten Pkw-Kosten wirken sich steuerlich nur

2.000 Euro aus.

Achten Sie bitte auch auf Ihre Rechnungsstellung. Folgende Angaben müssen in Rechnungen über 100 Euro enthalten sein (§14 UStG):

– Name und Anschrift des leistenden Unternehmers und Name des Kunden

– ihre USt-IdentNr. oder Steuernummer

– fortlaufende Rechnungsnummer und Ausstellungsdatum

– Auflistung der gelieferten Gegenstände, Zeitpunkt der Lieferung, Steuersatz

Verpflegungskosten während einer Reise können Sie mit folgenden Pauschbeträgen als Betriebsausgaben abziehen:

– bei einer Abwesenheit von mindestens 8 Stunden : 6 Euro / Tag

– bei einer Abwesenheit von mindestens 14 Stunden: 12 Euro / Tag

– bei einer Abwesenheit von mindestens 24 Stunden: 24 Euro / Tag

Werden an einem Kalendertag mehrere Geschäftsreisen durchgeführt, sind die einzelnen Abwesenheitszeiten zusammenzurechnen.

Beispiel:

Die erste Geschäftsreise beginnt um 08:00 Uhr und endet bei Ankunft im Büro (zu Hause) um 12:00 Uhr. Die zweite Reise beginnt um 13:30 und endet um 18:30 bei Ankunft im Büro.

Lösung:

Da Ihre Gesamtabwesenheit über 8 Stunden beträgt, können Sie für diesen Kalendertag 6 Euro Betriebsausgaben abziehen.

Sollten Sie einen tatsächlichen Beleg über 30 Euro haben, dann dürfen Sie trotzdem nur 6 Euro als Betriebsausgabe abziehen. Umsatzsteuerlich können Sie jedoch Vorsteuer aus den tatsächlich entstandenen Verzehraufwendungen von 30 Euro (= 4,14 Euro) geltend machen.

Lassen Sie sich wegen der Buchführung und der vielen neuen Formulare nicht gleich entmutigen. Mit dem „Steuerleitfaden für Existenzgründer“ werden Sie mit einem einfachen Praxisfall durch diese neuen Pflichten geführt.

Der Autor Ralf Lindner ist seit seinem Studienabschluss an der Fachhochschule für Finanzen als Betriebsprüfer eines Finanzamtes tätig. Ralf Linder ist gleichzeitig Autor des „Steuerleitfaden für Existenzgründer im Network Marketing.“ Ziel dieses Handbuches ist es, dem Existenzgründer oder Unternehmer die ersten Grundlagen über die Rechtsformen, Gewerbeanmeldung etc. zu vermitteln. Den Steuerleitfaden für Existzenzgründer können Sie direkt im Netcoo Online Shop bestellen.

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