Vorsicht vor den „Haien“ der Branche Teil 2!

Kolumnen, Trainingstipps & Know how   ●   Veröffentlicht von Netcoo Redaktion    ●   

Die Liste lässt sich hinsichtlich der Schlagworte in allen Variationen kombinieren, man könnte es schon fast als Sprachschatz eines Haies betrachten. Es sind aber nur rhetorische Faseleinen und hinterlistige Wortaneinanderreihungen, die Sie negativ beeinflussen sollen – also vergessen Sie das alles getrost! Man muss außerdem eins wissen über solche Methoden: Wenn man zuhört, wird man abgelenkt. Und das ist der Sinn. Also: nie informieren lassen oder sonstige Treffen wahrnehmen. Die sollen da bleiben, wo der Pfeffer wächst! Beherzigen Sie diesen Rat, auch wenn es schwer fällt. Es ist nicht Ihre Aufgabe oder Verpflichtung, sich das anzuhören. Und womöglich werden Sie, ohne es zu wissen, als Kandidat angepriesen, der auf die Geschäftspräsentation kommt – schon werden Sie vermarktet, und Ihr Ruf ist ruiniert!

Die Strategie, die dahinter steckt, ist sehr einfach. Der Hai versucht, drei wichtige Kernbereiche schlechtzumachen: Firma, Produkte und Führungskräfte. Er versucht, den Glauben an diese Dinge zu zerstören, um dann die neue Wunderlösung, die neue Firma „Reich ohne Arbeit“, als die Lösung anzubieten. Also schnappt man sich die Organisation von zwei Seiten: Man versucht den Kopf nervös zu machen, indem man anfängt in seiner Downline zu wildern. Wenn der interne Hai jetzt dem externen hilft, weiß dieser genau, wo verwundbare Berater sein könnten. Er legt es darauf an, der Führungskraft Berater aus der Downline abzuziehen und sie zu einem Wechsel zu animieren. Gleichzeitig beginnt der Räuber, in der Tiefe der Organisation Leute abzuwerben, um sich langsam zur Upline hochzuarbeiten.

In der Regel trauen sich irgendwann Berater und Führungskraft nicht mehr über den Weg. Jeden Tag folgt eine weitere „Schreckensmeldung“ unseres Hais, wer noch die Firma verlassen hat oder wahrscheinlich gehen wird. Schließlich ist ein Pegel erreicht, an dem der Umsatz anfängt zu sinken, weil alle mit der Abwehr der „feindlichen Übernahme“ beschäftigt sind, anstatt sich um den Aufbau der Organisation und um die Gewinnung neuer Kunden zu bemühen.

Und das ist das Ziel! Dann kommt der Hai wieder und sagt: „Siehst du, ich hab es dir doch gesagt – die Firma fällt zusammen.“ Jetzt denkt jeder nur noch daran, so schnell wie möglich die Vertriebspartner – egal, ob eigene oder von der Side- oder Upline – anzurufen, damit man in diesem Ausnahmezustand soviel für sich rettet, wie man nur kann. Neupositionierung scheint das Schlüsselwort zu sein, Regeln werden außer Kraft gesetzt und die Ethik über den Haufen geworfen.

Widerstand mögen Haie nicht – also wehren Sie sich!

„Hauptsache, alle sind jetzt unter mir!“ Das ist die Traumvorstellung eines Haies vom Ablauf einer Abwerbeaktion. Das ist zwar schon passiert, aber es ist zum Glück sehr selten. Denn die Realität sieht ein bisschen anderes aus. Der Hai hofft auf schwache Gegenwehr, weil sein Ziel meist uninformierte Partner sind, die sich noch einschüchtern lassen. Widerstand mag er überhaupt nicht – und den muss man ihm geben. Nicht ablenken lassen ist die Devise.

Nicht wie Wildgewordene Hühner den ganzen Tag Krisenstimmung verbreiten und die letzten Berater verunsichern, die bis jetzt nichts mitbekommen haben – und die es eigentlich auch nicht interessiert.

Wenn man die Branche beobachtet, weiß man, wer die Haie sind – es sind immer die gleichen. Normalerweise müssten alle wissen, dass es langfristig nicht funktioniert, sich auf diese Weise Vertriebe aufzubauen. Der Wechselvirus ist drin, und mit den „abgeschraubten“ Network-Junkies lässt sich keine stabile Organisation für die Zukunft aufbauen. Eins ist nämlich sicher: Früher oder später wird aus jedem Jäger auch ein Gejagter, weil seine Partner genau das gleiche machen werden wie er und einen Firmenwechsel anstreben, wenn es einen scheinbaren Vorteil für sie gibt. Und dann greifen sie „Papa-Hai“ als ersten an! Haie greifen sich zudem gerne auch untereinander an, ihr Ego zwingt sie dazu.

So richtig glücklich und langfristig saniert hat sich noch keiner dieser Raubfische, und das ist der Grund, weswegen sie immer wieder anfangen zu wechseln: Sie haben ihr Leben – vor allem das Finanzielle – nicht unter Kontrolle.

Nicht alles Geld, was reinkommt, gehört einem. Da gibt es eine Institution namens Finanzamt, die immer ihr Geld haben will. Dort wird der größte Hai zum Frühstück verspeist, denn da sitzen die wahren Herrscher unserer „Meere“. Große Sprüche zählen hier nicht. Und noch eins: Haie sind selbst der beste Beweis dafür, dass ihre Masche nicht funktioniert. Sie müssten doch logischerweise aussterben, weil sie reich bis zum Abwinken geworden sind, wenn sie ihr schnelles Geld gemacht haben, das bis ans Lebensende reichen sollte!

Schließlich erkennen Sie diese Spezies daran, dass Loyalität ihr ein Fremdwort ist. Profi-Networker stehen ihrer Firma auch in Zeiten, in denen es ihr nicht so gut geht, zur Seite und wechseln nicht. Das Gefühl, oben zu sein, ist schön! Aber das Leben ist in Zyklen unterteilt mit Hochs und Tiefs, wie auch Frühling, Sommer, Herbst und Winter immer einen gleichen Rhythmus haben. Ein Unternehmen gerät leichter in ein Tief, als viele es sich vorstellen. Da muss nur die EDV so richtig mit „Kawumm“ ausfallen. Oder die Expansion ist so stark, dass die Firma nicht hinterherkommt. Das Unternehmen kann auch neu im Land sein, der Innendienst wird noch eingearbeitet und macht daher Fehler. Es sind meist Kleinigkeiten, weil man Perfektion erwartet, wo keine sein kann.

Der Profi weiß: Das fängt sich alles, man muss der Sache nur Zeit geben. Der Amateur und Laie hingegen fängt an zu zappeln und wird nervös. Was kaum einer weiß: Fast alle Firmen kriegen am Anfang nichts geregelt, und wenn doch, liegt es daran, dass sie kein Wachstum haben. Aber eine Network-Company, die exponentiales Momentum annimmt, die hinterlässt schon beim Anfahren einen richtigen Streifen Gummi auf der Straße, da schliddert es heftig – aber es geht nach vorne! Also, der Profitip lautet, immer bei der Firma zu bleiben – woanders ist das Gras auch nicht grüner. So schnell kriegt man ein gutes Network-Unternehmen mit guten Führungskräften nicht in die Knie gezwungen. Ich weiß, dass es Situationen gibt, in denen man sich fragt, ob das alles so richtig ist. Aber solange es die Company gibt, ist erstmal alles in Ordnung.

Wenn es passieren sollte, dass Ihre Firma „schlappmacht“, dann ist es keine Schande, sich eine neue zu suchen. Natürlich können Sie das Unternehmen auch wechseln, wenn es noch existiert. Doch ab einer bestimmten Größe des Unternehmens sollte man es tunlichst lassen, die Glaubwürdigkeit sinkt rapide. Außerdem sind die meisten Wechsel schiefgegangen, auch bei „Profiwechslern“. Viele denken zwar, die Branche wäre unüberschaubar.

Aber ich sage Ihnen, ich weiß von jedem Pieps, der in der Branche gemacht wird, wer wo wieder am Basteln ist und was sich tut. Die „Pappnasen“ fallen immer wieder auf, und man warnt sich untereinander!

Nun aber zurück zu den Abwehrmaßnahmen. Kann man überhaupt etwas gegen Hai-Attacken tun? Na klar, überhaupt kein Problem. Der erste Grundsatz lautet: Ruhig bleiben – es wird nie so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Die meisten Abwerbeversuche kommen per Telefon, daher hier mein Leitfaden gegen Abwerbeanrufe.

Wie gehe ich professionell und schnell mit Abwerbeanrufen um?

Haltet Sie sich kurz, und sagen Sie beispielsweise: „Super, dass du nichts anderes zu tun hast, als bestehende Vertriebspartner abzuwerben. Such dir auf dem Markt deine eigenen neuen Partner! Oder bist du zu dumm, eigene zu finden, und darauf angewiesen, andere abzuwerben?“ Seien Sie ruhig energisch dabei. Schließlich ist es eine Unverschämtheit, Sie mit solchen Anrufen zu belästigen.

Wenn es ein Kollege Ihrer eigenen Firma ist, fragen Sie ihn genau nach seinem Namen (am besten buchstabieren lassen, eventuell soll er seine ID-Nummer hinterlassen), „dann brauchen wir nicht so lange im Computer suchen, um dich zu finden, deinen Scheck sperren zu lassen und dir europaweites Meetingverbot zu erteilen“.

Erfreuen Sie sich dann an dem Geräusper und Geschlucke am Telefon, wünschen Sie ihm einen schönen Tag und viel Glück – denn das wird er ab dem Zeitpunkt brauchen -, hängen den Hörer ein und sagen sich, was für ein schöner Tag! Diskutieren Sie nicht mit ihm, wenn er lästig wird, hängen Sie einfach ein. Schicken Sie Ihrer Firma ein Fax mit Namen, Tag und Uhrzeit des Kontaktes und der Art des Gespräches – und dann geht alles seinen Weg.

Wenn es jemand ist, dem Sie nicht so „auf den Schlips treten“ wollen, gibt es noch die galante Lösung, zu sagen: „Hallo, ich habe ein Gespräch auf der anderen Leitung und muss gleich raus, lass´ uns nächste Woche telefonieren.“ Wenn er es dann nicht kapiert, wenden Sie Version eins an. Wichtig für Führungskräfte und Berater einer betroffenen Organisation ist es, zusammenzuhalten und sich nicht von seinem Weg abbringen zu lassen. Wenn einer geht, na und? Wenn sich jemand verabschiedet, ist das zwar nicht so schön, andererseits ist aber wieder ein „Mitbewerber“ weg.

Der Markt wird größer für diejenigen, die weitermachen, das heißt also auch mehr Markt für einen selbst. Außerdem gibt es auf diese Weise eine gewisse selbstreinigende Wirkung der Vertriebsorganisationen, die gar nicht mal schlecht ist. Schade ist es nur um die netten Partner, die von dem Hai geblendet werden durch die Superlative, die ungeheuren Möglichkeiten. Diejenigen, die darauf nicht reinfallen, werden immer die Gewinner sein.

Im Übrigen halten viele dieser Wechselspielchen nicht lange an, drei Monate bis maximal ein Jahr. Dann fällt die „ach so tolle“ Firma mit ihren heroischen Feldherren wieder zusammen wie ein Kartenhaus, und viele der dort Gestrandeten wünschen sich, die alte Firma nie verlassen zu haben.

Dort sind sie aber meist wegen ihrer Anwerbemaßnahmen längst aus dem Computersystem gestrichen oder auf „Hold“ gesetzt worden. So haben manche schon Millionen in den Sand gesetzt. Ein hoher Preis, denn man fängt überall wieder unten an und weiß nicht, ob die neue Firma ihre Versprechen hält. Man muss erneut seine Organisationen aufbauen und hoffen, dass die abgeworbenen Vertriebspartner nicht wieder der Wanderlust verfallen und die Neuaufgebauten mitnehmen im „Wanderzirkus der verlorenen Networker“.

Ich halte bei so einem Ereignis immer gerne die folgende kurze Geschichte parat: Viele der neuen Superhelden feiern sich nach solchen Aktionen und sind im Siegestaumel nicht mehr Herr ihrer Sinne. Sie betrachten ihr neues Projekt als Luxusliner, auf dem man den ganzen Tag feiern kann und es sich gut leben lässt.

Wir dagegen, die wir unserer Firma treu geblieben sind – und die wird das nie vergessen -, stehen am Pier. Die vermeintlichen Sieger an Bord rufen uns zu, wir sollten doch auch auf diesen tollen Luxusliner kommen.

Gleich fährt er ab, und wer nicht mitkommt, ist selber schuld, diese Gelegenheit gibt es nur einmal. Wir aber bleiben am Pier stehen und lassen uns nicht von diesen Sirenen locken, denn unser Gefühl sagt, irgendetwas stimmt da nicht. Als der Luxusliner ablegt, winken wir brav den Superhelden hinterher.

Auf einmal, im Licht der untergehenden Sonne reflektiert, erscheint der Name am Heck des Schiffes. Wir trauen unseren Augen nicht, der Name ist – Titanic!

Alle großen Führungskräfte, die noch aktiv sind, können ein Liedchen singen von diesen Aktionen. Sie schlagen sich heute noch auf die Schenkel, dass sie immer bei den Unternehmen geblieben sind und gutes Geld verdienen, während unser Haifischlein von Firma zu Firma schwimmt, um nicht unterzugehen. Gleichzeitig amüsiert man sich, dass er immer noch Leute findet, die seinem Schmus glauben.

Aber das ist die Kunst des Haies, sich auch nach dem zehnten Unternehmenswechsel als das Opfer hinzustellen, dem man übel mitgespielt hat und das nun geläutert ist – bis zum nächsten Mal.

Zum Abschluss: Auch wenn Sie neu sind und noch nie zuvor Kontakt hatten mit Network Marketing, lassen Sie sich durch meine Ausführungen zu diesem Thema nicht erschrecken. Dies ist die einzige „Geißel“, die wir haben. Ich wollte es erwähnen, weil ich versprochen habe, offen zu sein. Außerdem: Sie kommt nicht oft vor und nur sehr selten so heftig wie beschrieben. Aber wenn es Ihnen mal passieren sollte, dann sind Sie gefeit und rennen nicht blind durch die Gegend. Denn das ist schon die „halbe Miete“: Der Hai gewinnt nur durch die Unerfahrenheit und Verwirrung der Leute, aufgeklärte Partner kann er nie gewinnen! Mit dieser Taktik können Sie schon alles im Keim ersticken.

Nun haben wir aus Ihnen einen professionellen Haijäger gemacht.

Den Zahn haben wir ihm gezogen!

Bild: alphaspirit – fotolia.com

Show Your Business zu diesem Beitrag:

Free, Basic, Premium, Premium VIP
Bestellen Sie Ihren Free, Basic, Premium oder Premium VIP Eintrag jetzt
  1. Matthias sagt:

    Hallo,

    wer hat diesen tollen Beitrag geschrieben? Gefällt mir sehr gut und wünsche mir mehr solcher auch ehrlicher kritischer Beiträge zu der MLM-Branche, denn auch dadurch können Networker und vor allem Network-Anfänger viel lernen.

    Liebe Grüße & noch ein angenehmes Wochenende

    Matthias

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.