Das Leben in einer Matrix!

Kolumnen   ●   Veröffentlicht von Netcoo Redaktion    ●   

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Die etwas andere Kolumne. Die Sichtweise des Willi Morant.
Wenn Sie vielleicht schon länger im Network Marketing tätig sind und Sie sich bereits mit Vergütungsplänen befasst haben, dann haben Sie sich vielleicht schon einmal die Frage gestellt: Warum wollen in den letzten Jahren irgendwie keine neuen Top-Verdiener entstehen? Und wenn, dann kommen überhaupt immer nur die gleichen Top-Verdiener ganz nach oben.

Tja, die Frage habe ich mir auch gestellt. Mittlerweile bin ich seit Jahren in dieser Branche beheimatet und habe in der Vergangenheit erfolgreich große Vertriebsorganisationen aufgebaut. Ich habe mich ausführlich mit unzähligen Vergütungsplänen auseinandergesetzt. Meine Antwort lautet daher wie folgt:

Wir (Networker) leben alle in einer Matrix…

Manche in einer offenen, manche in einer geschlossen.

Nun, am gefährlichsten sind Vergütungspläne als so genannte offene Matrix, denn hier erwartet man eigentlich gar nicht, dass der Vertriebsaufbau schwierig werden könnte. Sie sehen ja auch recht harmlos aus. Immer nach der Devise: „Finde drei Personen, die eine bestimmte Stufe erreichen und du kommst höher.“

So baut sich die unsichtbare Pyramide auf, immer tiefer, immer schneller. Aber wenn sich links unten in der Ecke einer nicht qualifiziert, dann kracht das ganze Gebilde schnell in sich zusammen.

Seien wir doch mal ehrlich: Wer kann schon in den ersten Monaten seiner Karriere wirklich drei „Superstars“ finden? Und die auch noch nebeneinander in einer Frontlinie.

Das ist schwierig. Bis Sie wirklich die drei zusammen haben, können manchmal Jahre vergehen. Aber wovon lebt man dann in der Zwischenzeit?

Ein Anfänger bzw. Neueinsteiger soll das also gleich schaffen können?

Darüber haben sich ja schon einige Leute Gedanken gemacht. Also wurden die Vergütungspläne immer wieder modifiziert. Deswegen gibt es ja auch die so genannten Binären Pläne. Also eine 2er-Matrix. Wobei die Erfahrungen der letzten Jahre und die Resultate auf dem Markt gezeigt haben, dass selbst zwei Vertriebsbeine zu viel sind. Sonst würden Binäre Pläne, wie in der Vergangenheit so häufig, nicht immer so kläglich kollabieren. Abgesehen davon, dass sie in den meisten Fällen keinen Abverkauf der Produkte (also: Not For Resale – nur zum Eigenverbrauch) zulassen – was wiederum ein anderes Problem ist.

Also liegt das Problem doch woanders.

Es liegt im Vergütungsplan selbst. Ja genau, Sie haben richtig gehört. Es liegt am Vergütungsplan, denn es gibt meines Wissens derzeit keinen Vergütungsplan, mit dem Sie mit nur einer gesponserten Person ganz nach oben kommen können. Ist das nicht eigentlich der „Spirit“ der Branche? Wenn du es selber nicht kannst, dann suche dir einen der es kann und partizipiere mit daran. Stellen Sie sich vor, Sie finden einen der Superstars, also jemand der richtig durchstartet im Geschäft, und Sie haben nichts davon oder nur sehr wenig. Dann, ja dann haben Sie ein Problem. Wenn ich weiß, dass ich davon nichts habe, warum soll ich dann weiter aufbauen? Dann sind doch der Traum und die Vision vom passiven Einkommen ganz weit weg. Der Traum gehört im Network Marketing dazu.

Die Amerikaner haben z. B. Träume. Der amerikanische Traum dürfte ja eigentlich jedem bekannt sein. Aber haben Sie schon mal vom deutschen Traum gehört?

Nein, wir Deutschen sind da ganz anders. Wir glauben noch an Wunder, das Fräulein-Wunder, das Wunder von Bern. „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn und dann werden tausend Märchen wahr“, hat Mann (Frau) mal gesungen, und so wundern wir uns heute noch.

Die deutschen Networker warten also auf ein Wunder. Das wird aber nicht passieren. Es ist ja auch kein Wunder, warum es so nicht funktioniert. Es ist einfach zu schwer. Zu geknebelt alles. Nicht Freiheit ist bei vielen Firmen angesagt, sondern Druck, Kontrolle, Einschränkung. Das kommt auch durch die Art der Vergütungspläne, die (in meinen Augen) eigentlich die Menschen mehr „quälen“ anstatt ihnen zu helfen.

Ich denke, ein Umdenkungsprozess ist angesagt. Verstehen Sie mich jetzt nicht falsch. Nicht, dass ein Plan alles von alleine machen sollte und keine Anforderungen an den Partner stellen darf. Der Plan muss einfach anders sein.

Das Lebenselixier von Network Marketing ist Umsatz, daran wird auch ein Networker gemessen. Die Matrix ist hier der absolut falsche Ansatz, denn in einer Matrix werden nur Positionen und Pyramiden gebaut.

Ein Beispiel: Es gab in den 90er Jahren ein Unternehmen (1) in Deutschland, welches diesen Traum hatte: Mit nur einer Person ganz viel Geld verdienen zu können. Das war ein Unternehmen aus Los Angeles. Dort sind in den neunziger Jahren Träume für viele in Deutschland wahr geworden. Am richtigen Ort zur richtigen Zeit, das war dort noch möglich.

Aber auch schon damals gab es eine US-Firma (2) die Wasserfilter verkaufte. Dieses Unternehmen hatte so ein Matrix-System, wo man also mit Positionserreichungen die Matrix auffüllen musste. Es stand sozusagen Freilandhaltung(1) gegen Käfighaltung (2).

Welches Unternehmen größer wurde, hat die (Network)-Geschichte gezeigt und damit hat sich auch die ganze Magie entfalten können. Freiheit ist einer der Schlüssel von Network Marketing.

Was lernen wir daraus? Vieles war früher gut – anders – und es war mehr Geld drin. OK, werden Sie sagen, die Zeiten haben sich geändert. Ganz gewiss, das sieht man ja. Aber dadurch werden viele Gesetzmäßigkeiten nicht ausgehebelt. Sie werden aber auch nicht beachtet.

Wenn Sie sich heute entscheiden könnten, ob Sie nach Umsatz bezahlt werden möchten oder nach dem, was Sie bezahlt bekommen, nur wenn Sie bestimmte Positionen und unter Ihnen Ihre Leute auch bestimmte Positionen erreicht haben und sich jeden Monat requalifizieren müssen. Nun, was würden Sie wählen?

Wissen Sie, wie viele Leute nicht einsteigen würden, wenn Sie vorher genau wüssten, wie die Auszahlungspläne funktionieren? Ist das vielleicht der Grund, warum viele dann eben nachher wieder aussteigen? Fluktuation also mal anders gesehen?

Es ist ein Geben und ein Nehmen. Die Freiheit ist das, was Networker suchen – aber sie werden in Schemata und Systeme eingepfercht, die eigentlich genau dem nicht entsprechen was Network ist. So wie ein Ertrinkender nach Luft schnappt? Oder ist Network wirklich so und es wird nur anders dargestellt?

Ist die Wahrheit, dass man am Anfang für dumm verkauft wird? Oder besser gesagt dumm gehalten? „Wer weiß das schon so genau?“ denken Sie vielleicht grade jetzt! Ich denke, dass ein Blick zurück auch ein Blick nach vorn sein kann. Denn aus der Vergangenheit lernen, heißt die Zukunft verstehen.

Überlegen Sie mal nur – Wie würde sich Ihr Einkommen, Ihre Beziehung zu Ihrem Marketingplan verändern, wenn Sie die offene Matrix aus dem System verbannen würden? Wäre vieles einfacher? Wahrscheinlich schon. Ich bin also gespannt, wie viele Firmen diesen großen Schritt wirklich machen würden. Es also zu vereinfachen, hoch zu kommen und den Traum wiederbeleben, mit nur einer Person ganz nach oben an die Spitze zu kommen. Aber will die Firma das überhaupt? „Unternehmen können mehr verdienen wenn sie verlieren, als wenn sie siegen.“ wurde einmal von einem weisen Networker gesagt!

Aber nur wer die Wahl hat, kann sich entscheiden. – Drum prüfe, wer sich bindet … – und das vorher.

Die beste Industrie der Welt erwartet Sie. Auch hier gibt es viele ungeschliffene Diamanten zu entdecken, aber auch hier heißt es „Augen auf und informieren“. Nicht alles was glänzt ist auch Gold.

Deswegen verlobt man sich ja auch, bevor man heiratet. Ich sehe Sie an der Spitze oder sehe ich Sie in der Matrix? Sie haben die freie Wahl.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 06-08. Hinweis: Die Meinung des Autors entspricht nicht immer der Meinung der Redaktion.

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