So ziehen Sie Kunden und neue Partner an: Webseiten analysieren und optimieren

Online Marketing   ●   Veröffentlicht von Netcoo Redaktion    ●   

Für Kunden ist das Internet heute die wichtigste Informationsquelle. Deshalb sollten Selbstständige und Vertriebspartner regelmäßig die Webpräsenz ihrer Unternehmen checken. Das tun aber viele nicht.

Für die meisten Selbständigen / Vertriebspartner gilt: Sie betreiben kein systematisches Monitoring,

•wie ihre Webseite im World-wide-web dasteht und
•welches Verhalten die Besucher ihrer Webseiten zeigen.

Der häufigste Grund hierfür: Sie unterschätzen die Bedeutung ihrer Webpräsenz insbesondere für die Neukunden-Akquise. Vertriebspartner sollten ein solches Monitoring jedoch betreiben – auch weil sich die einmal erzielten Google-Rankings ändern. Denn auch ihre Mitbewerber sind nicht inaktiv.

Zumindest ein oberflächliches Monitoring können auch Vertriebspartner selbst vornehmen, die keinerlei Affinität zur Informationstechnologie haben. Angenommen Sie sind ein in Frankfurt ansässiger Vertriebspartner, dessen Kunden vorrangig aus dem Rhein-Main-Gebiet kommen. Dann sollten Sie zum Beispiel jeden Monat einmal die Suchwortkombination „Homeparty Frankfurt“ bei Google & Co eingeben, um zu checken, wie Ihre Webseite im Vergleich zu denen Ihrer unmittelbaren Mitbewerber im Netz dasteht. Dasselbe sollten Sie mit Begriffsvarianten wie „Nebenverdienst Frankfurt“, „Vertriebspartner Frankfurt“ und „Verkaufsshow Frankfurt“ tun (die Begriffe können Sie variieren). Sonst ist die Gefahr groß, dass Ihre Webseite zwar bei einer Begriffsvariante weit vorne steht, ansonsten aber nicht.

Die Webpräsenz und Zugriffszahlen checken

Wie verschieden abhängig von den Begriffen und deren Schreibweise oft die Suchergebnisse sind, davon können Sie sich selbst ein Bild machen. Geben Sie zum Beispiel mal die Suchbegriffe „Homeparty“, „Nebenverdienst“ und „Direktvertrieb“ bei Google & Co ein. Dann werden Ihnen völlig unterschiedliche Suchergebnisse angezeigt. Oder geben Sie in die Suchmaschinen mal die Suchwortkombinationen „Berater Marketing“ und „Marketing Berater“ sowie „Beratung Marketing“ und „Marketing Beratung“ ein. Auch dann werden ihnen völlig unterschiedliche Webseiten in den Trefferlisten angezeigt. Das zeigt, wie wichtig es für das optimale Gefunden werden einer Webseite meist ist, diese nicht nur auf einzelne Worte oder Wortkombinationen, sondern möglichst auf ganze Begriffsfelder zu optimieren.

Wenn Sie gecheckt haben, wie Ihre Webseite bezogen auf die wichtigsten Suchbegriffe im Netz dasteht, sollten Sie checken, wie Ihre Zugriffszahlen im Vergleich zu denen Ihrer unmittelbaren Mitbewerber aussehen. Das können Sie tun, indem Sie zum Beispiel die Seite www.alexa.com/siteinfo/ranking-check.de aufrufen und in das dafür vorgesehene Fenster zunächst den Domainnamen Ihrer Webseite und dann diejenigen Ihrer Mitbewerber eingeben. Dann wird Ihnen jeweils der sogenannte Alexa-Rank der betreffenden Seite angezeigt. Zum Beispiel die Zahl 2 564 893. Oder die Zahl 8 439 763.

Der Alexa-Rank: ein erster Indikator

Der Alexa-Rank ist ein Indikator – mehr nicht – dafür, wie oft die Webseite eines Unternehmens besucht wird. Dabei gilt: Je niedriger die Zahl ist, umso häufiger wird die Seite angeklickt. Der Alexa-Rank 2 564 893 ist also deutlich besser als der Rank 8 439 763. Folglich kann ein deutlich schlechterer Alexa-Rank Ihrer Webseite als der Ihrer Mitbewerberseiten ein Indiz dafür sein, dass Sie im Bereich (Online-)Marketing etwas tun sollten – insbesondere dann, wenn auf Ihre Webseite zudem deutlich weniger Links als auf Ihre Mitbewerber-Seiten verweisen. Auch deren Zahl zeigt Ihnen die Seite www.alexa.com an.

Doch Vorsicht! Ein im Vergleich zur Konkurrenz niedriger Alexa-Rank ist nur ein Indiz dafür, dass Sie im (Online-Marketingbereich etwas tun sollten. Denn was nutzt Ihnen eine Webseite, die zwar oft angeklickt wird, deren Besucher aber schnell wieder verschwinden? Wenig! Also sollten Sie auch wissen, wie lange die Besucher auf Ihrer Webseite im Vergleich zu den Webseiten Ihrer Mitbewerber verweilen. Auch hierüber erhalten Sie unter anderem auf der genannten Webseite www.alexa.com/siteinfo/ranking-check.de erste Informationen.

Klicken Sie dort auf den Button „Get Details“, dann wird Ihnen unter anderem angezeigt,

•wie lange die Besucher im Schnitt auf der Webseite, die Sie gerade analysieren, verweilen,
•wie viele Seiten der jeweiligen Webseite sie im Schnitt besuchen und
•was die wichtigsten Links sind, über die die Besucher auf die Webseite kommen.

Aus diesen Infos können Sie bereits in etwa ableiten, wo Sie den Hebel ansetzen sollten, um die Zahl der Besucher auf Ihrer Webseite und deren Verweildauer zu erhöhen.

Auf die Verweildauer der Besucher achten

Angenommen die Zahl der Besucher Ihrer Webseite ist einigermaßen zufriedenstellend, deren Verweildauer aber niedrig. Dann kann eine Ursache hierfür sein, dass Ihre Webseite auf die falschen Suchbegriffe optimiert ist und deshalb viele Personen auf Ihre Seite kommen, die eigentlich nicht zu Ihren Zielgruppen zählen. Also hauen sie schnell wieder ab. Das ist häufig bei Unternehmen der Fall, die Ihre Webseite auf so globale Begriffe wie Persönlichkeitsentwicklung oder Coaching, Unternehmensberatung oder Marketingberatung optimiert haben. Mindestens ebenso oft ist es jedoch der Fall, dass zwar die richtigen Personen die Webseite besuchen, aber die Seite ihnen nicht schnell genug das Gefühl vermittelt: Dieser Vertriebspartner ist auf das Lösen meiner Probleme spezialisiert. Auch dann verschwinden die Besucher rasch wieder. Also sollte der Inhaber der betreffenden Webseite diese entsprechend überarbeiten.

Etwas mehr Zeitaufwand beziehungsweise Zeit, sich einzuarbeiten, erfordern die Programme, mit denen eine detailliertere Analyse zumindest der eigenen Webseite möglich ist. Und die erfreuliche Nachricht ist: Auch diese Programme können sich Vertriebspartner zumeist kostenlos aus dem Netz herunter laden.

Mit Google Monitor die Rankings checken

Eines dieser kostenlosen Programme ist Google Monitor. In dieses Programm können Vertriebspartner alle Suchbegriffe und Suchwortkombinationen eintragen, auf die sie ihre Website optimiert haben. Dann können sie anschließend zum Beispiel monatlich checken, inwieweit sich die Rankings ihrer Webseite bei den einzelnen Begriffen verglichen zum Vormonat verbessert oder verschlechtert haben. Nach elektronischen Mailings können sie mit diesem Programm zudem evaluieren, wie viel Prozent der angeschriebenen Personen ihre Webseite besuchten und (wenn in ihre Webseite ein Shop integriert ist) danach beispielsweise ein offeriertes Buch kauften.

Mit Google Analytics die Besucherquellen analysieren

Ein weiteres wichtiges kostenloses Monitoring-Programm ist Google Analytics. Mit ihm können Vertriebspartner checken, wie viele Personen in einem von ihnen definierten Zeitraum ihre Webseite besuchten. Und was noch wichtiger ist: Sie können mit ihm auch analysieren, wie die Besucher auf die Webseite kamen – zum Beispiel, indem sie

•bei Google den Namen des Unternehmens oder des Vertriebspartners als Suchbegriff eingaben oder
•dort den Suchbegriff x oder y eintippten, auf den die Webseite optimiert ist?
Oder kamen sie auf die Webseite
•über einen Link auf die Seite, der unter einem Pressetext steht, den der Vertriebspartner auf einem Online-Portal veröffentlicht hat, oder
•über irgendwelche Aktivitäten, die der Vertriebspartner in den Social Media entfaltet hat?

Auch dies sind für das Verfeinern der (Online-)Marketingstrategie wichtige Informationen.

Analysieren können Vertriebspartner mit Google Analytics zudem bezogen auf die Gesamtzahl der Besucher und auf Teilgruppen (zum Beispiel alle Besucher, die über einen Online-Artikel auf die Seite kamen, oder alle Besucher, die den Begriff „Nebenverdienst“ als Suchbegriff bei Google eingaben): Wie lange blieben sie auf der Webseite und wie viele und welche Seiten besuchten sie? Hieraus kann der Berater solche Rückschlüsse ziehen wie:

•Welches sind für meine Kunden beziehungsweise mein Unternehmen die wichtigsten Suchbegriffe?
•Welche Artikelthemen in welchen Medien sowie welche Einträge in welchen Online-Verzeichnissen erzeugen die meiste oder beste Resonanz?
•Welche Seiten meiner Webseite sollte ich eventuell überarbeiten, weil nach deren Besuch die meisten Besucher abhauen?
•Und, und, und ….

Ziel: Die richtigen Besucher anlocken

Diese Infos können Vertriebspartner nutzen, um ihre Webseite und ihre Webpräsenz immer weiter zu optimieren – und zwar so, dass nicht nur immer mehr Personen und Organisationen ihre Webseite besuchen, sondern dies auch die richtigen Besucher sind. Denn was nutzt es Ihnen, wenn Sie auf Ihrer Webseite zwar viel Traffic, also viele Besucher haben, aber Sie letztlich von diesen Besuchern kaum einer kontaktiert (und engagiert)? Wenig!

Dann ergeht es Ihnen wie einem Warenhaus oder Fachgeschäft, das – weil es seine Zielkunden nicht sauber analysierte – mit irgendwelchen „pfiffigen“ Marketingkampagnen zwar viele neugierige „Schaukunden“ anlockt, aber leider kaum Kunden, die etwas kaufen. Am Ende hat es zwar viel Zeit und Geld ins Marketing investiert, aber die Kasse ist trotzdem leer.

Mit diesem Problem kämpfen so manche Vertriebspartner, die über irgendwelche Social Media-Aktivitäten viele Besucher auf ihre Webseite locken. Sie haben zwar oft viele Freunde und Fans bei Facebook, XING & Co. Doch leider sind diese Freunde ebenso wie die Besucher ihrer Webseite die falschen.

Deshalb sei nochmals betont: Vertriebspartner sollten nicht nur im Auge behalten, wie viele Personen ihre Webseite besuchen. Mindestens ebenso wichtig ist es für ihren (Online-)Marketingerfolg zu analysieren:

•Wie kommen die Besucher auf meine Webseite?
•Wie lange verweilen sie dort?
•Welche Seiten besuchen sie wie lange? Und:
•Welches Verhalten zeigen sie danach?

Denn letztendlich gilt: Hundert Besucher, von denen zehn kaufen, sind besser als tausend Besucher, von denen keiner kauft.

Zum Autor: Bernhard Kuntz ist Inhaber der (Online-)Marketing- und PR-Agentur Die PRofilBerater GmbH, Darmstadt (D), die Bildungs- und Beratungsanbieter bei ihrer Selbstvermarktung und beim Vermarkten ihrer Leistungen unterstützt. Ende Oktober erscheint im Verlag managerSeminare die 4. völlig überarbeitete und aktualisierte Auflage seines Buchs „Die Katze im Sack verkaufen: Wie Sie Bildung und Beratung mit System vermarkten – offline und online“. Nähere Infos: http://www.die-profilberater.de

Bild oben: © trueffelpix – Fotolia.com

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