Unfriendly Fire aus den USA: Dein Feind, das Vitamin

Ernährung & Fitness   ●   Veröffentlicht von Netcoo Redaktion    ●   

US-Leitlinien lassen weitere Angriffe auf Vitamine und Mineralstoffe befürchten. Doch die Studienlage zum „Vitamin-Bashing“ wird immer löchriger.


Die Leitlinien in den USA zur Vitamin- und Mineralstoff-Supplementation scheinen auch hierzulande artigen Applaus hervorzurufen:

„MedScape Deutschland“ veröffentlichte einen Artikel, über die amerikanischen Empfehlungen, „die an Deutlichkeit wenig zu wünschen übrig“ ließen. Auch „hochkarätige“ Wissenschaftler begrüßen die Leitlinien sehr; verlautet aus der „Arbeitsgemeinschaft Prävention und integrative Medizin in der Onkologie“ bei der Deutschen Krebsgesellschaft. Aber was wird hier so deutlich empfohlen und begrüßt? Bisher gelang es jenseits des Atlantiks nicht, einen Nutzen bei „Multivitamin-Supplementierung, einer Supplementierung mit individuellen Vitaminen oder Mineralstoffen oder Kombinationspräparaten zur Reduktion des kardiovaskulären Risikos und des Krebsrisikos“ zu finden. Erneuter Applaus. Endlich ist bewiesen, dass Vitamine nichts taugen!

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Im nächsten Schritt gerieten ganz bestimmte Vitamine ins Visier: Beta-Carotin und Vitamin E. Beide können angeblich das kardiovaskuläre Risiko erhöhen, führen auch zu „einem erhöhten Lungenkrebsrisiko und erhöhter Mortalität bei Rauchern, speziell bei schweren Rauchern und bei Menschen, die Asbest ausgesetzt sind “. Was durchaus an der fehlenden Qualität der Studien liegen kann, die den Beweis für die krebsfördernden Eigenschaften von Beta-Carotin erbracht haben sollen. Denn diese waren mit nur dieser einen Substanz durchgeführt worden. Es liegt sogar die Vermutung nahe, dass vermehrt synthetisches Vitamin zum Einsatz gekommen ist. Weiter lässt sich bemängeln, dass die konzentrierte Einnahme von reinem Beta-Carotin keine natürliche Form der Ernährung widerspiegelt. Denn bei der Aufnahme von natürlichen Carotinen verspeist man alle 600 Varianten – wie sie zum Beispiel in einer Möhre vorkommen.

Andere Studien beweisen das genaue Gegenteil. Sie widerlegen, dass es einen Zusammenhang zwischen Beta-Carotin und Rauchen gibt. Wer nämlich die Zusammenhänge und Interaktionen zwischen verschiedenen Vitaminen außer Acht ließe müsse notwendigerweise zu einem falschen Ergebnis kommen. Inzwischen gibt es sogar Meta-Analysen, welche dies bestätigen.

Ähnlich löchrig sehen Studien aus, die beweisen sollen, dass Vitamin E ungesund ist. Das Strickmuster ist ähnlich: Hier wurde einfach das physiologisch nicht so günstige alpha-Tocopherol untersucht, das nur einen Teil der Varianten aus der Vitamin-E-Familie ausmacht (viel günstiger sind für den Organismus die Varianten gamma-Vitamin E und delta-Vitamin E). Davon abgesehen: Wer natürliches Vitamin E zu sich nimmt, der bekommt die ganze Wirkungspalette – und wird nicht mit einer isolierten Variante abgespeist. Womit ein weiteres Mal bewiesen wäre (Achtung Ergebnis-Tuning!) dass sich mit Studien nahezu alles beweisen lässt. Es kommt immer drauf an, wer sie bezahlt, wer sie durchführt, wer sie interpretiert. Und leider auch, wer sie in die Welt hinausposaunt – kritiklos, ahnungslos oder willfährig …

Quellen: u.a. zentrum-der-gesundheit.de; PLoS One. 2013; 8(9): e75604; Netcoo Magazin; Portavitalia.com
Bild: © macropixel – Fotolia

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