Stevia: Eine Pflanze aus Südamerika rockt den Zuckermarkt

Ernährung & Fitness   ●   Veröffentlicht von Netcoo Redaktion    ●   

Der Süße-Star der Saison heißt Stevia. Nach heftigem Gegenwind segelt die gesunde Zuckeralternative aus Südamerika nun im Wind des Wohlgefallens.

„Gift erlaubt, Natur unerwünscht“, hieß es noch vor nicht allzu langer Zeit, wenn chemisch produzierte Zuckerersatzstoffe und die natürliche Alternative in den Ring stiegen. Am Ende stand stets ein deutlicher Punktsieg für Nutria Sweet & Consorten. Doch zum Knock out für die äußerlich so unscheinbare Kämpferin reichte es nie. Inzwischen ist das pflanzliche Süßungsmittel in Deutschland zugelassen – und wird allenthalben akzeptiert. „Praktisch keine Kalorien, keine Kariesgefahr und dabei süßer als Zucker“, schwärmt sogar die Apothekenrundschau in ihrer aktuellen Ausgabe.

Danach hatte es zunächst gar nicht ausgesehen, denn Zuckerindustrie und Hersteller synthetischer Süßstoffe schossen scharf. Deren Ängste lassen sich schnell skizzieren: Schon die Stevia-Blätter sind etwa 15 Mal süßer als Zucker, sie enthalten keine Kalorien, dafür zahlreiche Spurenelemente. Werden die Stevioside extrahiert, entsteht ein weißes Pulver, das bis zu 450 Mal süßer ist als Zucker! Eine exorbitant stärkere Süßkraft als das weiße Gold, frei von Kalorien, dazu ganz ohne Furcht vor Karies haben zu müssen – da dräuten herbe Umsatzeinbrüche, schließlich verzehrt jeder Deutsche jährlich etwa 40 Kilo Industriezucker.

Weil Steviol-Glykoside laut einer Studie angeblich krebserregend seien, war es in den USA 1998 sogar zur öffentlichen Verbrennung von Rezeptbüchern gekommen, die Stevia als Zutat enthielten! Übrigens im Auftrag der Food and Drug Administration (FDA), der behördlichen Lebensmittelüberwachung der USA. Was die ominöse Untersuchung angeht: diese wurde vom Chemiekonzern Monsanto gesponsert! Inzwischen sind die Rufmord-Versuche längst Geschichte. Zahlreiche Studien konnten auch den Krebsverdacht ausräumen.

Die Zulassung nutzten vor allem Coca-Cola und der Agrarkonzern Cargill. Mit dem Stevia-Süßstoff Truvia war rasch eine propere Prozentmarge des US-Süßstoffmarktes erobert; nun steht der weltweite Süßstoffmarkt im Visier, der auf sechs Milliarden Euro geschätzt wird. Doch die Lebensmittelindustrie würde sich selber untreu, hätte sie nicht schon längst hochprofitable Tricks auf Lager, wie es in der Herstellung noch billiger geht. Wer nämlich denkt, sich mit Nahrungsmitteln, die süßende Stoffe aus der Steviapflanze enthalten, zuckerfrei ernähren zu können, wird oft getäuscht, das stellte die Stiftung Warentest fest.

Zwar kommen bei einigen Produkten 100 Prozent der Süße aus Steviolglykosiden – dafür sind es bei anderen nicht einmal 10 Prozent! Das erfährt der Konsument erst auf der Rückseite der Verpackung. Vorne drauf lockt in fetten Lettern „Stevia“, meist zusammen mit einem attraktiven Großfoto der Pflanze, und dem Zusatz „natürlicher Genuss“ oder „rein pflanzlich gesüßt“. Also wieder einmal Zeit für den Verbraucher-Königstipp: Auf Qualität achten! Denn Geiz ist nicht geil, sondern mitunter sogar gesundheitsgefährlich. Beim Apotheker muss man die süße Südamerikanerin deswegen allerdings nicht kaufen.

Bild:© chany167 – Fotolia.com

Quelle www.portavitalia.com und www.facebook.com/portavitalia

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