Wenn die Young Generation den Markt verändert: Verschlafen Kosmetik-Network-Marketing-Unternehmen die Zeit?

Direct Selling   ●   Veröffentlicht von Netcoo Redaktion    ●   

Kosmetikprodukte gibt es heute im Überfluss. Der Markt ist riesig und bietet ein Milliardenpotential. Neben den Angeboten in den Parfümerien locken Drogerie-Marken mit immer neuen Farben und Kreationen die Kunden. Haben die zahlreichen Kosmetik-Network-Marketing-Unternehmen hier überhaupt noch eine Chance, um mit ihrem Angebot an Lippenstift, Lipgloss, Puder, Foundation und Co. am Direktvertriebsmarkt langfristig bestehen zu können?

MAC, L’Oreal, Dior, Revlon, Urban Decay, Yves Saint Laurent, Artdeco, Catrice… die Aufzählung könnte beliebig lang fortgesetzt werden. Es gibt so unfassbar viel Auswahl an Kosmetikprodukten, dass es Frauen schwer haben, hier eine Entscheidung zu treffen. Immerhin soll beim Lippenstift beispielsweise nicht nur die Farbe gefallen, auch müssen die Konsistenz und Haltbarkeit stimmen. Und preiswert sollte er auch sein.

Während die Tochter früher die Marke der Mutter für sich entdeckte, zeigt heute Social Media, was im Trend ist. Youtube, Instagram und Co. beraten und zeigen, wie der perfekte Look gelingt. Heute prägen Influencer wie Caro Dauer die „Must Haves“ der Saison. Bibi, Caro und Miss Bella bestimmen heute die Trends und genau hier haben es alteingesessene Network Marketing Unternehmen schwer, wenn sie nicht mit auf den Social Media Zug aufspringen. Immer wieder gibt es „Stars“, die von Unternehmen als Markenbotschafter gebucht werden (beispielsweise Verway mit Fernanda Brandao, Energetix mit Joey Kelly, …), doch der Bereich der dekorativen Kosmetik nimmt bei den Firmen einen eher untergeordneten Stellenwert ein.

Warum? So dürfte nachfolgende Aussage doch hellhörig machen: Der Markt für Farbkosmetik hat sich in den vergangenen fünf Jahren auf 61 Milliarden Dollar fast verdoppelt. Doch nicht jede Marke profitiert vom Boom der Branche. Am Beispiel des einstigen Vorzeige-Kosmetik-Riesen Avon zeigt sich, dass der Direktvertriebsmarkt nicht mehr rentabel ist. Avon kämpft mit einem angestaubten Markenimage und vielen Frauen sind die Produkte einfach zu teuer, denn sie liefern nicht die entsprechende Qualität. Der Konzern schrieb auch 2017 wieder rote Zahlen. 2015  verkauft Avon für 605 Mio. Dollar sein US-Geschäft an die Investmentgesellschaft Ceberus. Jüngst wurde sogar der Markt in Neuseeland nach 41 Jahren abrupt geschlossen.

Das Konsumverhalten der Young Generation hat den Markt verändert. Die jungen Frauen wollen, was online im Trend ist und genau dort bestellen sie auch. Kosmetik-Networks müssen sich neuen Strategien öffnen, denn nur die reine Mund-zu-Mund-Propaganda gepaart mit dem Partygeschäft und dem Haustürenverkauf, was jahrzehntelang funktioniert hat, wird zukünftig nicht mehr ausreichen. Avon ist ein mahnendes Beispiel dafür. (BS)

Bild: santypan -fotolia.com

Hier gibt es einen Bericht zum Avon-Closing in Neuseeland: https://www.tvnz.co.nz/one-news/new-zealand/avon-closes-down-in-new-zealand-after-40-years

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