Novel Food Verordnung: Hat die Pharmalobby jetzt auch CBD Produkten den Kampf angesagt?

Direct Selling   ●   Veröffentlicht von Netcoo Redaktion    ●   

David gegen Goliath - NEM-Unternehmen sind den Pharmariesen und den Behörden seit langem ein Dorn im Auge. Kann der NEM-David diesen Kampf noch gewinnen?

Cannabis-Produkte feiern in der Network Marketing Branche derzeit große Erfolge. Erstmalig sind es nicht US-Unternehmen, die in Deutschland den Ton angeben, sondern deutsche Unternehmen wie Natura Vitalis und Juchheim.  Die Wellen der Begeisterung schlagen hoch. Doch jetzt haben Recherchen des ARD-Politikmagazins „Report Mainz“ ergeben, dass Nahrungsergänzungsmittel aus der Hanfpflanze angeblich gar nicht verkauft werden dürften. Wie kann das überhaupt sein? In der Branche kusieren starke Gerüchte: Droht den CBD-Produkten jetzt das Aus und müssen Vertriebspartner deshalb ihre Aktivitäten einstellen? Netcoo hat sich mit dem ganzen Thema einmal näher beschäftigt und hat dazu auch eine ganz klare Meinung.

CBD-Produkte (Öl, Tee, Blüten, Cremes, etc.) haben schon so vielen Menschen bei gesundheitlichen Problemen geholfen. Der Hype um legales CBD (da mit minimalem THC-Anteil unter 0,2 Prozent) scheint ungebrochen und immer mehr Menschen erkennen, dass ihnen das Naturprodukt besser helfen kann, als es Medikamente je getan haben. Bisher wurden CBD-Produkte als Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetikprodukte oder Medizinprodukte deklariert und lediglich bei der Verwendung als Arzneimittel sind sie als rezeptpflichtig einzustufen. Eine Anerkennung als Heilmittel hat es in Deutschland bisher nicht gegeben.

Die EU-Kommission stuft Cannabidiol (CBD) aber als sogenanntes „Novel Food“ (neuartiges Lebensmittel) und somit als zulassungspflichtig ein. Ohne diese Zulassung dürfen Nahrungsergänzungsmittel mit CBD nicht verkauft werden. Auf Nachfrage der Report Mainz-Redaktion teilt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit, dass eine Zulassung bisher nicht erfolgt ist und dass Erzeugnisse somit bislang nicht verkehrsfähig seien. Dem BVL ist angeblich derzeit keine legale Möglichkeit bekannt, Nahrungsergänzungmittel mit Cannabidiol auf den Markt zu bringen.

Konkret heißt das: Bei den CBD-Nahrungsergänzungsmitteln handelt es sich um nicht zugelassene neuartige Lebensmittel, die so nicht verkauft werden dürfen. Der Verkauf wäre illegal. In der Reportage äußert sich Medizinerin Prof. Kirsten Müller-Vahl von der Medizinischen Hochschule Hannover wie folgt: „Es wird im Moment viel versprochen, was wissenschaftlich nicht belegt ist. Das ist unseriös. So darf man Nahrungsergänzungsmittel nicht bewerben. Es sind Medikamente und Arzneimittel, die zu einer Krankheitsverbesserung führen und nicht Nahrungsergänzungsmittel.“ Die Professorin spricht also NEM-Produkten die Wirkung ab. Eine Aussage, die bei vielen Vertriebspartnern wohl einfach nur noch Kopfschütteln auslöst, denn viele Kunden-Testimonials belegen genau das Gegenteil – die Produkte wirken tatsächlich. Heilversprechen sind also unnötig  und sind eh verboten-  denn die Produkte entfalten auch so ihre Wirkung.

Wie kann es aber sein, dass in den vergangenen zwei Jahren nach Recherche von Report Mainz mindestens 90 Nahrungsergänzungsmittel mit CBD auf den Markt gebracht wurden? Konfrontriert mit den Aussagen des Bundesamtes, teilt Paul Krämer, Geschäftsführer von CBD Zone, im Beitrag mit: „Wir haben kein reines Cannabidiol-Extrakt-Isolat, sondern ein Fullspektrum-Extrakt. Somit ist die ganze Pflanze zu betrachten und nicht einzeln das Cannabidiol. Somit fällt es nicht unter das Novel Food-Gesetz.“

Das würde bedeuten, dass die Nahrungsergänzungsmittel mit CBD keine „neuartigen Lebensmittel“ sind. Liegt hier die Lösung? Report Mainz gegenüber entkräftet Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW die Argumentation des CBD Zone-Geschäftsführers. Sie vermutet eine Überforderung der Lebensmittel- und Überwachungskontrollbehörden, die dafür gesorgt haben, dass derart viele CBD-Produkte den Markt überschwemmen. Eine Aussage, die also für keine Klarheit sorgt. Der Zuschauer wird somit im Regen stehen gelassen.

In Deutschland ist die EU-Verordnung (EU 2015 /2283)  zu neuartigen Lebensmitteln bereits im Januar 2018 in Kraft getreten.  Allerdings: „Die deutsche Regierung hat sich dabei im Gegensatz zur österreichischen nicht konkret zum Thema Hanf und CBD geäußert“, so eine Aussage des Hanfverbandes auf seiner Webseite von Anfang Januar 2019. 

Das österreichische Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) hat im Dezember letzten Jahres eine Pressemitteilung zum „Verkaufsverbot von CBD-haltigen Lebensmitteln und Kosmetika” veröffentlicht. Mit der Anordnung setzt Österreich die Novel Food-Verordnung (EU-Verordnung 2015/2283) aus 2015 um. In Österreich deklariert z.B. der bekannte Anbieter BioBloom seine CBD-Produkte mittlerweile nicht mehr als Nahrungsergänzungsmittel, sondern als Hanfaroma-Extrakte.

Der Hanfverband vertritt aber folgende Auffassung: „Ganz allgemein gilt: Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel gelten nicht als Novel Food, wenn sie bereits in nennenswertem Umfang vor dem 15. Mai 1997 in der EU verzehrt bzw. verbraucht wurden. Deshalb werden Hanfblüten nicht von der „Novel Food“ Verordnung erfasst, denn Hanf stand bereits vor dem Stichtag in der EU auf dem Speiseplan. Somit gelten Hanflebensmittel nicht als sogenanntes „Novel Food“, wenn sie von Natur aus CBD enthalten wie bspw. Kekse mit Hanfsamen. Anders sieht es bei nachträglich beigefügten CBD aus. Wenn CBD extrahiert und dann nachträglich Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln oder Kosmetika hinzugefügt wird, dann muss das Produkt als „Novel Food“ zugelassen werden.“

Natura Vitalis als Vorreiter in der CBD-Direktvertriebsbranche verfolgt die ganze Diskussion. Erst in diesen Tagen wurde die Firma aus Essen mit dem Biotechnology Award als „Best CBD Manufactur Europe“ ausgezeichnet. Die CBD Öle, CBD Pellets für Pferde und CBD Kekse für Hunde erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Natura Vitalis Gründer Frank Felte sagt: „Bad news are good news und so ist es nicht verwunderlich, dass die jüngsten Veröffentlichungen über die angebliche Unzulässigkeit von Nahrungsergänzungsmitteln mit CBD bei vielen zu vermeidbaren Irritationen geführt hat. Richtig ist zwar, dass isoliertes Cannabidiol (CBD) als Lebensmittelzutat ein sogenanntes Novel food darstellt – dies gilt aber nicht für die Pflanze und Pflanzenteile von Cannabis sativa, die einen natürlichen CBD-Gehalt aufweisen; diese sind nach wie vor kein Novel food und deshalb auch verkehrsfähig. Zwar ist vor kurzem von Seiten der EU-Kommission der bisherige Eintrag in Novel Food – Katalog geändert worden, wobei die Entscheidung gegenwärtig von der EU-Kommission überprüft wird. Unabhängig hiervon stellt aber die Beurteilung der EU-Kommission keine rechtsverbindliche Beurteilung dar, da der Novel food Katalog lediglich nur eine Orientierungshilfe darstellen soll. Natura Vitalis lässt sich zu dieser Rechtsfrage ständig von einer renommierten Rechtsanwaltskanzlei beraten, die diesbezüglich auch an dem aktuellen Entscheidungsprozess bei der EU-Kommission mitwirkt.“

Es gibt also unterschiedliche Auffassungen und Einschätzungen. Wie aber sollen sich Vertriebspartner nun verhalten? Im Zweifelsfall sollten sich verunsicherte Partner, an das jeweilige Unternehmen wenden, und dort nachfragen wie ihre Produkte einzustufen sind. Sollte es nun Abmahnungen von Verbraucherverbänden etc. geben, sollten man auf jeden Fall einen fachkundigen Anwalt zu Rate ziehen. Ansonsten könnte es teuer werden. Gerichtsurteile sind der Netcoo Redaktion bisher nicht bekannt. Das man grundsätzlich auf Heilaussagen verzichten sollte, versteht sich natürlich von selbst. (BS / AG)

Anmerkung der Netcoo Redaktion: Unsere klare Meinung zur EU-Novel-Food-Verordnung für CBD: Wieder einmal setzt sich die Profitgier der Pharma-Lobby in Brüssel durch. Seit Jahren lenkt die Pharmaindustrie die Gesetzgebung weiterhin genau so, wie es ihren Interessen entspricht: Sie propagiert einerseits die Einordnung von Nahrungsergänzungen als Lebensmittel, so dass Aussagen über deren gesundheitsfördernde Wirkung untersagt sind und sie in frei erhältlicher Form nur so gering vitalstoff-dosiert sein dürfen, dass ihre Wirkung gleich Null ist – zum anderen arbeitet sie darauf hin, dass höher dosierte und damit wirkungsvolle Präparate als Medikament eingestuft werden, so dass sie einer Zulassung bedürfen, die sich nur Großkonzerne finanziell leisten können. Oder aber man stuft sie als Novel Food ein – als neuartiges Lebensmittel.

So forciert Big Pharma eine Entwicklung, welche die Hersteller und Distributoren hochwertiger, effektiver Nahrungsergänzungen immer mehr in ihrem „natürlichen Recht“ beschneidet, den Verbraucher über die positive Wirkung jener Produkte zu informieren – und in Zukunft viele dieser Präparate vom Markt verschwinden oder sie erst gar nicht dort erscheinen lassen wird. Somit hätte Big Pharma den Markt für sich und seine „chemischen Keulen“ alleine, denn die verbleibenden natürlichen Niedrigdosis-Präparate wären aufgrund ihrer Wirkungslosigkeit ja keine Konkurrenz.

Es geht wie immer um den Profit, um unglaublich fette Gewinne, um unendlich viel Geld, um Milliarden, angesichts derer sich der ausdauernde Kampf der Pharmaindustrie, welcher mit Biss, List und Tücke ausgetragen wird und für den Verbraucher äußerst gefährliche Phase zu kommen scheint, zwar erklären, aber nicht entschuldigen lässt. Die Pharmaindustrie spielt ein dreckiges Spiel. Sie kümmert sich einen Dreck um unsere Gesundheit, um uns Menschen, die eigentlich mehr Wert sein müssen als alle Milliarden, Billionen und Trillionen dieser Welt – mehr wert sind!

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Links:
Report Mainz / Film:
http://mediathek.daserste.de/REPORT-MAINZ/Das-dubiose-Gesch%C3%A4ft-mit-Nahrungserg%C3%A4nzu/Video?bcastId=310120&documentId=61074660

Verordnung:
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32015R2283&from=DE

Bild: Sylvi – fotolia.com

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