LR Health & Beauty Systems: Ist CEO Andreas Friesch der neue Hoffungsträger für die Investoren?

Direct Selling   ●   Veröffentlicht von Netcoo Redaktion    ●   

LR Health & Beauty Systems war bis in die 2000er Jahre Deutschlands größtes Flaggschiff im Network Marketing. Unter dem Gründerduo Spikker / Hickmann erzielte LR, (gegründet 1985) – damals noch unter dem Namen LR Cosmetics bzw. LR-International – in kürzester Zeit Rekordumsätze und wuchs rasant zu einem internationalen Millionenkonzern. Kein deutsches Network Marketing Unternehmen konnte LR damals das Wasser reichen. Einsam regierte LR an der Umsatz-Spitze wie der FC Bayern München heute in der Bundesliga.

Unter der Führung von Spikker / Hickmann expandierte man schnell in internationale Märkte, zeitweise waren es über 30 Länder. Länder wie Griechenland, Tschechien, Skandinavien entwickelten sich neben dem starken Heimatmarkt prächtig. Es sah so aus, dass LR tatsächlich zu einem Milliardenkonzern wie Amway – dem großen Vorbild- heranreifen würde. Das Umsatzpotential dazu hatte das Unternehmen alle mal. Mit dem erst schrittweise (2004), dann endgültigen Einstieg des neuen Investors APAX im Jahr 2006 wurden die Chancen noch einmal größer, das volle Potential auszuschöpfen. APAX – selbst ein 12 Milliarden schwerer Fonds – hätte das nötige Kleingeld gehabt, um die weitere Expansion insbesondere in die aufstrebenden asiatischen Märkte stemmen zu können. Tat es aber nicht, trotzdem kletterte der Umsatz 2006 zunächst auf einen absoluten Rekordwert von 325 Mio. Euro.

Weder APAX, noch die damaligen CEO`s, und das Management nutzen jedoch wirklich ihre Chance – allen voran nicht das LR-Urgestein Thomas Heursen, erst Vertriebsleiter Deutschland, heute mächtiger Vertriebsboss international. Im Gegenteil, viele handwerkliche Fehler, hausgemachte Probleme und Abgänge von Top-Leadern führten dazu, dass LR im Laufe der letzten 15 Jahre der Rang als Spitzenreiter abgelaufen wurde und das sogar von einem der größten Mitbewerber zur damaligen Zeit: PM-International.

Während man in Ahlen Märkte mal auf- und zumachte, sich im Wettbewerbskrieg mit der NWA fast aufrieb, die Umsätze schwankten, man Top-Leader feuerte oder gar von selbst kündigten, man verzweifelt eine schlagkräftige Strategie suchte und dann auch noch das Unternehmen zwischenzeitlich sogar verkaufte, schickte sich PM-Gründer Rolf Sorg in Speyer behutsam und mit glasklarer Strategie voran und verwandelte sein Familienunternehmen in ein Milliardenkonzern und expandierte zwischenzeitlich in die größten Network Marketing Märkte der Welt.

LR Umsätze von 1985 bis 2020*:

1985  0,4 Mio. €
1994 120 Mio. €
1997 141 Mio. €
2002 175 Mio. €
2005 308 Mio. €
2006 325 Mio. €
2014 228 Mio. €
2015 230 Mio. €
2016 258 Mio. €
2017 242 Mio. €
2018 204 Mio. €
2019 225 Mio. €
2020 285 Mio. €

Asien im Visier

Erst als im August 2018 Andreas Friesch, ehemals Vertriebsvorstand bei Vorwerk für den Thermomix, den Vorsitz als neuer CEO bei LR übernahm, kam frischer Wind in das Unternehmen.  Er übernahm das Ruder zwar auf einem Umsatztiefpunkt, zum Ende des Geschäftsjahres 2018 erzielte LR einen Umsatz von 204 Mio. Euro (ein Minus von 38 Mio. zum Vorjahr), doch schon zwei Jahre später machte sich die Handschrift von Friesch bemerkbar. Das liegt auch wohl daran, dass Friesch internationale Erfahrung von Vorwerk mitbrachte, denn unter seiner Agide wuchs der Thermomix auch international stark.

Ende 2020 erzielte LR einen Jahresumatz von 285 Mio. Euro – eine Steigerung von 60 Mio. Euro zum Vorjahr. Eine beachtliche Leistung. Zwar ließ auch Corona LR kräftig wachsen lassen, aber noch lange nicht so schnell wie PM (ein Wachstum von 600 Mio. Dollar zum Vorjahr), doch immerhin ist wieder Licht am Ende des Umsatz-Tunnels zu sehen.

Jetzt setzt Friesch zum nächsten Sprung an: Südkorea – einer der Top-Märkte im Network Marketing, aber auch ein hartumkämpfter Markt (hier sind über 130 Direktvertriebs- und Network Marketing Unternehmen tätig). Hier hat LR eine Tochtergesellschaft gegründet und will in Zukunft mit Aloe Vera & Co. Millionenumsätze einfahren. Südkorea ist ein lukrativer Network Marketing Markt, die Chancen sind also durchaus da. Hier kann Friesch die LR-Bilanzen außerhalb von Deutschland kräftig mit Umsatz aufpolieren, ob ihm das gelingt wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Frage ist, ob LR die koreanische Mentalität tatsächlich versteht und dieWachstumsstrategie in Korea greift. Bisher hat LR kaum Erfahrung in asiatischen Märkten. Doch wenn LR wachsen will, dann im Ausland. Hier liegt das größte Potential. Märkte wie USA, Indien, China, Thailand, Brasilien sind noch vollkommen unerschlossen. Auch nach 36 Jahren ist LR bisher  „nur“ in 28 Ländern vertreten. 

Zum Vergleich: Amway ist in 100 Ländern vertreten, hat allerdings auch 26 Jahre Vorsprung (gegründet 1959). Aber das Vorsprung nichts zu sagen hat, beweist andererseits PM-International. PM wurde erst 1993 gegründet, seit 2012 ist PM allerdings auf massiven Expansionskurs. Ausschlaggebend für den Erfolg ist ein Gründer der Network Marketing lebt, eine eindeutige Vision, eine nachhaltige Strategie, ein erfahrenes Management mit Direktvertriebs- und Network Marketing Erfahrung, Top-Leader, die bedingungslos hinter dem Unternehmen stehen, das richtige Produktportfolio und das notwendige Kapital zur Finanzierung des Wachstums. PM hat alles aus eigener Kraft finanziert.

Zumindest mit Cha Bum-kun, dem einst legendären Fußballspieler von Eintracht Frankfurt und Bayer 04 Leverkusen, hat Friesch jetzt schon einmal einen prominenten Markenbotschafter für Südkorea gewonnen. Vielleicht zeigt ihm Cha Bum-kun auch wie man in Südkorea Network Marketing Tore schießt und die Bevölkerung für sich gewinnt. Es bleibt also spannend, ob das Unternehmen hier tatsächlich seine Chancen nutzen wird. 

Friesch ist auf jeden Fall ein Hoffungsträger für LR und die Investoren. Der eingeschlagene Kurs könnte sich als richtig erweisen…wenn ja, wenn ihn die Investoren gewähren lassen.

*Umsatzzahlen: Bundesanzeiger, Netcoo Recherche, PR-Mitteilungen, Wikipedia

       

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