Geld zurück für 350.000 Herbalife Berater

Direct Selling   ●   Veröffentlicht von Netcoo Redaktion    ●   

200 Mio. Dollar zahlt die FTC nun an Herbalife Berater aus - Bild © fotofabrika - fotolia.com

Im Juli vergangenen Jahres erzielte das US-Network Marketing Unternehmen Herbalife eine Einigung mit der FTC, dass es 200 Mio. US-Dollar zahlen wird, damit es von der FTC nicht als illegales Pyramidensystem klassifiziert wird.

Jetzt haben ingesamt 350.000 Herbalife Distributoren einen Scheck von der FTC erhalten. Berater, die in einem Zeitraum von 2009 bis 2015 für Herbalife tätig waren und mindestens 1.000 Dollar in das Geschäft investiert und später nichts oder nur wenig dabei herausgekommen haben, haben einen Anspruch auf eine Geldrückerstattung wenn sie sich direkt bei der FTC melden. Dies geht aus einem aktuellen FTC Blog-Post von Lois Greisman hervor. Die FTC teilte mit, dass die 1.000 Dollar wohl nur eine Teil-Schätzung sind und die Verluste vermutlich noch höher liegen.

Unter diesem Link können Herbalife Berater Ansprüche stellen: https://www.ftc.gov/enforcement/cases-proceedings/refunds/herbalife-refunds

Herbalife stand in den USA heftig im Kreuzfeuer der Krtik und hat nun die Auflage das Geschäftsmodell zu ändern. Ein Großteil der Umsätze müssen nachweislich mit Endkunden erzielt werden und nicht durch die Rekrutierung neuer Berater.

Bill Ackmann

Der Fall: Seit 2013 Jahren stand Herbalife unter Beschuss des Hedgefonds Pershing Square Capital Management, L.P. Für Bill Ackman, Pershing Founder und CEO ist Herbalife eines der größten Schneeballsysteme der Welt.

Der Hedgefonds Manager hatte bereits 2014 einen wichtigen Teilsieg errungen: Die amerikanische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC) hatte im März 2014 zivile Ermittlungen gegen Herbalife wegen möglicher unfairer oder irreführender Geschäftspraktiken aufgenommen. Damit ging die FTC Ackmans Vorwurf nach, dass das Herbalife Geschäftsmodell auf einem illegalen Pyramidensystem basiere und nicht auf einem, wie von Herbalife nach wie vor behauptet, legalen System des sich auf freie Mitarbeiter stützenden, mehrstufigen Direktvertriebs.

Pershing Square Capital hatte zwischenzeitlich bei dem börsennotierten Unternehmen Herbalife rund 1 Mrd. US-Dollar auf fallende Aktienkurse gesetzt – der Plan auf fallende Aktienkusre zu setzen ging aber nur teilweise auf. Denn die Attacke funktionierte nur solange bis andere große Investoren bei Herbalife einstiegen sind und den Kurs wieder nach oben trieben – das hielt Ackmann aber nicht davon ab, seine Meinung zu ändern, wie die Webseite http://factsaboutherbalife.com/ nach wie vor zeigt.

2015 holte Ackman zu einem weiteren Schlag gegen Herbalife aus: In einer 29 Folien umfassenden Präsentation zog Ackman Parallelen zu der ebenfalls unter FTC-Anklage (vom 17.08.2015) stehenden Firma Vemma. Ackmann sah sich bestätigt, dass Herbalife genauso irreführende Angaben und Aussagen macht wie Vemma, die letztendlich u.a. auch dazu führten, dass die FTC Vemma damals über mehrere Wochen lahm legte.

Für Bill Ackmann war klar, dass ein Großteil der Herbalife- wie auch der Vemma-Distributoren kein Geld verdienen, sondern ganz klar verlieren. Und man könne eindeutig am Beispiel Vemma und Herbalife erkennen, wie illegale Pyramidensysteme funktionieren und welche Merklmale sie aufweisen. 

Im Juli 2016 kam es dann überraschenderweise zu einer Millionen-Einigung zwischen Herbalife und der FTC, von der jetzt 350.000 Berater profitieren. Die Beispiele Vemma und Herbalife dürften für die Network Marketing Branche ein schrillendes Alarmzeichen sein. Denn wenn die Geschäftsmodelle nicht auf Endkunden ausgerichtet werden, dann wird es wohl in absehbarer Zeit weitere Anklagen geben.

© demerzel21 – fotolia.com

Über die FTC: Die Federal Trade Commission (FTC, zu Deutsch etwa „Bundeshandelskommission“) ist eine unabhängig arbeitende Bundesbehörde der Vereinigten Staaten von Amerika mit Sitz in Washington, D.C. Sie hat derzeit 1.200 Mitarbeiter. Die Federal Trade Commission wird von fünf Commissioners geleitet, die vom Präsidenten der Vereinigten Staaten nominiert und vom Senat bestätigt werden. Gemäß der FTC Act dürfen nicht mehr als drei Commissioners derselben politischen Partei angehören.

Sie wurde im Jahr 1914 als Nachfolgerin des Bureau of Corporations gegründet und ist zuständig für die Zusammenschlusskontrolle und den Verbraucherschutz. Sie wird bei direkten Beschwerden von Konsumenten oder Unternehmen gegen einzelne Unternehmen tätig. Sie kann weitergehende Untersuchungen auch bei Anfragen des Kongresses oder Veröffentlichungen in der Presse unternehmen.

Die Aufgabenstellung der Behörde wird allgemein damit beschrieben, unfairen und täuschenden Praktiken zu begegnen, um das Funktionieren eines konkurrenzbestimmten Marktes sicherzustellen. Sie geht hier über die Aufgabenstellung einer Wettbewerbsbehörde hinaus, indem sie auch Aufgaben des Verbraucherschutzes wahrnimmt. (Quelle Wikipedia)

Hier geht es zum Firmenprofil von Herbalife:

Herbalife

 

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