Eine Branche im Rausch: Macht uns Cannabis in Zukunft alle jünger?

Direct Selling   ●   Veröffentlicht von Netcoo Redaktion    ●   

Die Direktvertriebsbranche hat die Hanfpflanze für sich entdeckt. Cannabisprodukte werden derzeit getestet, gehypt und weiter empfohlen und es sieht ganz so aus, als habe die Branche nach Schmuck und Nahrungsergänzung, nach Faltencreme und Kryptocoins jetzt ein Produkt an der Hand, dem ein gigantisches Wachstum bevorsteht und das einen Milliardenmarkt bedienen könnte. Warum der Erfolg vorprogrammiert scheint?

Ganz klar: Wurde zuvor Cannabis hauptsächlich als Rauschmittel wahrgenommen, so haben die Unternehmen Hanf jetzt als alternatives und wirkungsvolles Heilmittel für eine Vielzahl an Krankheiten wiederentdeckt. Der Hype um Cannabis hat gerade erst begonnen. Wer jetzt in diesen Markt einsteigt, kann enorm profitieren. Dass CBD funktioniert, zeigt sich am Beispiel des Esseners Network Marketing Unternehmens Natura Vitalis. Der Nahrungsergänzungs-Riese hat binnen kürzester Zeit gleich mehrere Cannabis-Produkte erfolgreich in den Markt eingeführt. Weitere werden folgen so hört man aus dem Unternehmensumfeld.

Das Thema Cannabis ist derzeit in aller Munde (insbesondere auch in den USA, hier haben sich bereits mehrere Bundestaaten für eine Legalisierung stark gemacht) und wird auch an den Universitäten erforscht. Zum Beispiel an der Uni Bonn und der Hebrew University (Israel). Hier versetzten Forscher die Gedächtnisleistung von Methusalem-Mäusen in ein Jugendstadium zurück und kamen dabei zu dem Entschluss, dass THC-Cannabis den Alterungsprozess im Gehirn umkehrt. Alte Tiere konnten durch eine längere niedrig dosierte Behandlung mit einem Cannabis-Wirkstoff in den Zustand von zwei Monate jungen Mäusen zurückversetzt werden. Dies eröffnet zum Beispiel für die Behandlung von Demenzerkrankungen neue Optionen. Die Ergebnisse werden nun im Fachjournal „Nature Medicine“ vorgestellt. Hier ein Auszug der Pressemitteilung der Uni Bonn:

Diese Tiere haben in der Natur nur eine relativ kurze Lebenszeit und zeigen bereits im Alter von zwölf Monaten starke kognitive Defizite. Die Forscher verabreichten Mäusen im Alter von zwei, zwölf oder 18 Monaten über einen Zeitraum von vier Wochen eine geringe Menge an THC, dem aktiven Inhaltsstoff der Hanfpflanze (Cannabis).

Danach testeten sie das Lernvermögen und die Gedächtnisleistungen der Tiere – darunter zum Beispiel das Orientierungsvermögen und das Wiedererkennen von Artgenossen. Mäuse, die nur ein Placebo verabreicht bekamen, zeigten natürliche altersabhängige Lern- und Gedächtnisverluste. Die kognitiven Funktionen der mit Cannabis behandelten Tiere waren hingegen genauso gut wie die von zwei Monate alten Kontrolltieren. „Die Behandlung kehrte den Leistungsverlust der alten Tiere wieder komplett um“, berichtete Prof. Dr. Andreas Zimmer vom Institut für Molekulare Psychiatrie der Universität Bonn, Mitglied des Exzellenzclusters ImmunoSensation.

Dieser Behandlungserfolg ist das Ergebnis jahrelanger akribischer Forschung. Zunächst haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass das Gehirn viel schneller altert, wenn Mäuse keinen funktionsfähigen Rezeptor für THC besitzen. Bei diesen sogenannten Cannabinoid 1 (CB1) Rezeptoren handelt es sich um Proteine, an die Substanzen andocken und dadurch eine Signalkette auslösen. CB1 ist auch der Grund für die berauschende Wirkung von THC in Cannabis-Produkten, wie Haschisch oder Marihuana, die sich an den Rezeptor anlagern. THC ahmt die Wirkung von körpereigenen Cannabinoiden nach, die wichtige Funktionen im Gehirn erfüllen. „Mit steigendem Alter verringert sich die Menge der im Gehirn natürlich gebildeten Cannabinoide“, sagt Prof. Zimmer. „Wenn die Aktivität des Cannabinoidsystems abnimmt, dann finden wir ein rasches Altern des Gehirns.“

Um herauszufinden, was die THC-Behandlung alter Mäuse genau bewirkt, untersuchten die Forscher das Gehirngewebe und die Genaktivität der behandelten Mäuse. Die Befunde waren überraschend: Die molekulare Signatur entsprach nicht mehr der von alten Tieren, sondern war vielmehr jungen Tieren sehr ähnlich. Auch die Zahl der Verknüpfungen der Nervenzellen im Gehirn nahm wieder zu, was eine wichtige Voraussetzung für das Lernvermögen ist. „Es sah so aus, als hätte die THC-Behandlung die molekulare Uhr wieder zurückgesetzt“, sagt Zimmer.

Nächster Schritt: klinische Studie am Menschen

Die Dosierung des verabreichten THC war so niedrig gewählt, dass eine Rauschwirkung bei den Mäusen ausgeschlossen war. Cannabisprodukte sind bereits als Medikamente zugelassen, zum Beispiel für die Schmerzbekämpfung. Die Forscher wollen im nächsten Schritt in einer klinischen Studie untersuchen, ob THC auch beim Menschen Alterungsprozesse des Gehirns umkehren und die kognitive Leistungsfähigkeit wieder steigern kann.

Die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zeigte sich von der Studie begeistert: „Die Förderung erkenntnisgeleiteter Forschung ist unersetzlich, denn sie ist der Nährboden für alle Fragen in der Anwendung. Von der Maus zum Menschen ist es zwar ein weiter Weg, doch stimmt mich die Aussicht darauf, dass THC etwa zur Behandlung von Demenz eingesetzt werden könnte, außerordentlich positiv.“

Hinweis der Redaktion: Im Network Marketing dürfen ausschließlich nur CBD Cannabis Produkte (keine berauschende und betäubende Wirkung) vertrieben werden. Da THC reichhaltiges Cannabis unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, ist es in Deutschland und in vielen anderen Ländern verboten. Noch – die Frage ist allerdings wie lange noch?

 

Hier geht es zum Bericht der Uni Bonn: Bitte klicken!

Bild: cendeced – fotolia.com

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