China will MLM-Systeme bekämpfen – Aktienkurse brechen ein

Direct Selling   ●   Veröffentlicht von Netcoo Redaktion    ●   

Der Tot von Li Wenxing sorgte für landesweite Empöhrung
Diebeilei Teilnehmer bei ihrer Verhaftung

Die Aktien von Avon Products Inc. (-3%), Herbalife Ltd. (-5%), NU Skin Enterprises Inc. (-7%) und USANA Health Sciences Inc. (-8%) brachen diesen Montag ein, nachdem Chinas Staatsverwaltung für Industrie und Handel (SAIC) ankündigte, eine dreimonatige Kampagne gegen das Anwerben von „MLM-Verkäufern“ zu starten.

Der Fernsehsender CGTN geht noch einen Schritt weiter und spricht von einer möglichen Zerschlagung aller MLM-Systeme in China. In die landesweiten Ermittlungen sind zusätzlich noch das Bildungsministerium, das Ministerium für öffentliche Sicherheit und das Ministerium für Soziale Sicherheit involviert.

Von dem behördlichen Vorgehen können deutlich mehr als nur die eingangs erwähnten Unternehmen betroffen sein. Denn der zweistellige Milliarden Dollar Umsatzmarkt China wird von vielen weiteren Direct-Selling-Companies bedient, so zum Beispiel auch von Amway und Mary Kay. Auch deutsche Unternehmen wie PM und Karatbars planen den Start in China.

Doch kommt es wirklich soweit und was steckt eigentlich genau hinter diesen Maßnahmen?
Auslöser dieser Aktion ist der kürzliche Tod 3 junger Studenten, der eine landesweite Empörungswelle ausgelöst hat. Alle drei sollen auf Grund von „Pyramiden-Systemen“ ihr Leben verloren haben. Li Wenxing soll beispielsweise ertränkt worden sein, nachdem er eine Mitgliedschaft bei „Diebeilei“ ablehnte. In Li’s Provinz Tianjin wurden bereits 32 hochrangige Mitglieder des Ponzi-Systems „Diebeilei“ verhaftet und rund 1 Millionen Yuan ($127,000 Euro) beschlagnahmt.

Doch wie definiert sich in China ein Pyramidensystem?
Beim eigentlichen Auslöser „Diebeilei“ waren außer dem „Kopfgeld“ keine wirklichen Produkte im „Spiel“. Mitglieder mussten 2.900 Yuan (370 Euro) Teilnahmegebühr bezahlen, um evtl. irgendwann einmal Kosmetikprodukte vertreiben zu dürfen, die es nie gab. Geld verdient werden konnte nur durch das werben neuer Teilnehmer. Solche „Systeme“ sind in China seit 2009 illegal.

Hu Shuli, die einflußreiche Chefredakteurin des chinesischen Newsportals Caixing meint, dass die aktuellen behördlichen Aktionen dazu dienen sollen, junge Chinesen vor solchen Betrugssystemen wie Diebeilei zu schützen. Denn die Teilnehmer werden oft unter großem Druck dazu genötigt, sich notfalls die Teilnahmegebühren bei Verwandten oder Freunden zu borgen, was dann oft als Alptraum endet, wenn das geliehene Geld futsch ist und nicht mehr zurückgezahlt werden kann. Und manche „Alpträume“ enden mit dem Tod.

Es bleibt also abzuwarten, ob auch gegen seriöse Unternehmen vorgegangen wird, die tatsächlich „echte“ Produkte vertreiben und bei denen der Produktverkauf an Endkunden auch nachweislich im Fokus steht. Zumal in den weltweiten Direct-Selling-Umsatz-Top 10 auch 3 chinesische Unternehmen vertreten sind (Infinitus, Perfect und Quanjian). Hauptbestandteil der Ermittlungen wird das Geschäftsmodell der Firmen und die Art und Weise der Anwerbung neuer Partner sein.

An diesem Beispiel zeigt sich einmal wieder klar und deutlich, wie schnell seriös arbeitende Network Marketing Unternehmen mit illegalen Schneeball- und Pyramidensystem aus Unkenntnis in einen Topf geworfen werden können.

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