Bonofa u.a. Schneeballsystem: Anleger um 50 Mio. Euro geprellt?

Direct Selling   ●   Veröffentlicht von Netcoo Redaktion    ●   

Laut „Bild Online“ hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken erstmals Zahlen zu dem Bonofa Fall genannt. Eine Sprecherin: „Die Staatsanwaltschaft geht bei vorsichtiger Schätzung von 45 000 Geschädigten weltweit und einem Schaden von mehr als 50 Mio. aus.“  

Unter dem Aktenzeichnen 05 Js 581/15  ermittelt die Staatsanwaltschaft Saarbrücken. Seit Mai 2016 sitzen die Beschuldigten Detlef T. und Thomas K. in U-Haft. Auf mehr als 20 Millionen Euro bezifferten zunächst die Ermittler den Schaden durch illegale Schneeballsysteme. Die Ermittlungen gegen verschiedene Unternehmen führten auch zu Bonofa. Jetzt liegt der Schaden aber wohl noch höher als bisher angenommen.

Die Ermittlungen führten zu einer Groß-Razzia: Wirtschaftsfahnder des Landespolizeipräsidiums und die Staatsanwaltschaft Saarbrücken schlugen im vergangenen Mai zu. Es wurden 126 Durchsuchungsbeschlüsse gegen 54 Personen und Institutionen erwirkt. Vier Manager im Alter von 38 bis 63 Jahren wurden damals direkt in Untersuchungshaft genommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelte desweiteren gegen zwölf Beschuldigte, darunter auch gegen zwei saarländische Rechtsanwälte.

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft wiegt schwer: Gewerbs- und bandenmäßiger Betrug im großen Stil sowie Insolvenzverschleppung. Im Visier der Ermittler stand auch die zwischenzeitlich insolvente Firma Alphapool. Über einen eigenen Vertrieb soll das Unternehmen Alphapool in insgesamt 873 Fällen Kapitallebensversicherungen, Bausparverträge und Investmentdepots mit einem Gesamtvolumen von mehr als zehn Millionen Euro von Privatleuten aus dem gesamten Bundesgebiet angekauft und die Rückkaufwerte vereinnahmt haben. Das Geld soll jedoch auch dazu genutzt worden sein, um den luxuriösen Lebensstil der beiden Firmenmanager T. und K. zu finanzieren.

Die Ermittlungen führten auch bis nach Liechtenstein zur Firma Bonofa. Auch hier soll nach Angaben der Ermittler ein weltweites Schneeballsystem mit wertloser Computersoftware aufgebaut worden sein. Im Verwaltungsrat der Bonofa AG in Liechtenstein saßen auch die derzeit Beschuldigten T. und K. Ob sich die Ermittlungen auch auf führende Vertriebspartner von Bonofa beziehen, ist immer noch nicht bekannt. Bonofa setzte auf einen MLM-Vertrieb, einschläglich bekannte Branchengrößen waren für das Unternehmen in verschiedenen Ländern tätig. 

Bild: animaflora – fotolia.com

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