Beonpush und die Pusher der Branche – wird in der Network Marketing Branche endlich aufgeräumt?

Direct Selling   ●   Veröffentlicht von Netcoo Redaktion    ●   

Das Urteil, dass die Hamburger Anwaltskanzlei Schulenberg und Schenk gegen eine Beonpush Führungskraft erwirkt hat, wird weitreichende Folgen für alle Pusher-Systeme haben.

Es ist kein Geheimnis mehr, die zahlreichen virtuellen Quick Rich Systeme allen voran die Rev Share Programme und die unüberschaubare Anzahl von Kryptosystemen, die jeden Tag aus dem Boden gestampft werden, machen der Network Marketing Branche weltweit zu schaffen. Die seriösen Unternehmen leiden unter massiven Abwerbewellen und den großkotzigen Einkommensversprechen, die immer wieder abgegeben werden.

Diese Quick Rich Systeme ziehen auch immer wieder Menschen an, die davon träumen schnell reich zu werden. Die meisten Neueinsteiger erkennen aber kaum, dass diese Systeme nicht mehr als illegale und betrügerische Ponzisysteme sind, die nur ein Ziel verfolgen: Die Initiatoren reich zu machen. Diese Systeme agieren oftmals aus dem Ausland heraus, haben auf ihren Webseiten kein richtiges Impressum, keine greifbaren Geschäftsführer, nur virtuelle Transaktionen und operieren oftmals weltweit mit einschlägig bekannten Drahtziehern, den sogenannten Pushern.

Seit Jahrzehnten sind diese Systeme den seriös arbeitenden Network Marketing Unternehmen ein Dorn im Auge. In den letzten Jahren haben sich insbesondere die virtuellen Drückerkolonnen massiv ausgebreitet. Doch rechtlich dagegen vorzugehen, erwies sich oftmals als schwierig, besonders dann, wenn diese Systeme in Deutschland nicht geschäftsansässig sind. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen musste bei den Produkten auch erstmal für die Gerichte bzw. für einen Gerichtsprozess ein Wettbewerbsverhältnis hergestellt werden. Das war bisher scheinbar unmöglich, genauso wie ein gerichtliches Vorgehen gegen Führungskräfte der jeweiligen Pusher Unternehmen.

Doch die Ausgangslage hat sich mit dem aktuellen Urteil des LG Hamburg (siehe Bericht hier) wohl maßgeblich geändert. Für das von Schulenberg & Schenk vertretene Network Marketing Unternehmen im Fall Beonpush stellten diese Gesetzesverstöße Wettbewerbsverletzungen dar. Um Unterlassungsansprüche geltend machen zu können, ist wie bereits beschrieben ein Wettbewerbsverhältnis erforderlich. Die Rechtsprechung geht dabei in der Regel davon aus, dass die Kontrahenten gleichartige Produkte vertreiben, herstellen oder bewerben müssen, um ein Wettbewerbsverhältnis zu bejahen. Im vorliegenden Fall konnte das Landgericht Hamburg aber davon überzeugt werden, dass im Network Marketing ein Wettbewerb um die Berater stattfindet, so dass es auf die Art der Produkte nicht ankommt.

Dieses Urteil könnte also absolut bahnbrechend sein. Denn ab jetzt hat jedes Network Marketing Unternehmen eine Handhabe um gegen Abzocker- und Pushersysteme und /oder deren Führungskräfte und Vertriebspartner vorgehen zu können.

Die Kanzlei Schulenberg & Schenk rät daher jedem Berater im Network Marketing er solle sich gut überlegen, welche Risiken er bereit ist, einzugehen. Auf der einen Seite winkt das schnelle Geld, auf der anderen Seite warten Strafverfahren, Abmahnungen von Wettbewerbern, Verbote der BaFin und Schadensersatzansprüche enttäuschter Anleger, wenn die Systeme in sich zusammenbrechen, bzw. von deren Betreibern geschlossen werden, weil die Ausgaben die Einnahmen zu übersteigen beginnen.

Das Urteil des LG Hamburg ist daher eine gute Nachricht für die Network Marketing Branche und für alle die seriös arbeiten wollen.

Bild: animaflora – fotolia.com

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