Werfen mit Nebelkerzen oder……..

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Werfen mit Nebelkerzen?

…….Lügen haben kurze Beine? So lautet zumindest ein altes deutsches Sprichwort. Wie lange die Beine der Krisenbeauftragten und Pressesprecherin des einstigen Vorzeigenetworks und Deutschlands größten Network Marketing Unternehmens LR Health & Beauty Systems aus Ahlen, Maria Brinkmann sind, können wir derzeit leider nicht nachmessen. Eher kurz ist zu vermuten. Nun was angesichts der durchsichtigen Dementis und krassen, weil so offensichtlichen, Unwahrheiten, den Medien und Beratern von der LR-Pressesprecherin übergestülpt wird, wie dem Faschingsclown eine rote Pappnase, niemand ernsthaft wundern dürfte. Gut, eine Pressesprecherin macht zunächst auch nur ihren Job für ihr Unternehmen. Aber…. {!jomcomment}

Rückblende: Montag, 12. Januar 2009, gegen 11:30 Uhr. Frau LR-Krisen-Pressesprecherin erkundigt sich leicht larmoyant in der Netcoo-Redaktion, was es denn so Neues gebe. Ahnte sie vielleicht, dass Netcoo etwas wissen könnte? Was sie jedenfalls nicht ahnt: Netcoo steht vor den Toren von LR. Die Redaktion ist informiert, dass sich ein Trupp Steuerfahnder begleitet von Mitarbeitern der Staatsanwaltschaft Zugang zu Akten im Ahlener Headquarter verschafft haben soll. Konfrontiert mit diesem Wissen, wiegelt sie ab. Nein nein, es seien „keine staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen“ im Gang. Wer denn so etwas behaupte? – fragt sie.

Doch über den Tag wird Gewissheit, dass jener Senior President, auf den LR seine Führungskräfteträume nach dem bizarren Rauswurf der Nr. 1 Jürgen Liebig setzte, sich in der unangenehmen Lage sieht, Untersuchungsbeamten der Steuerfahndung erklären zu müssen, wo er seine Millionen-Provisionen denn versteuert habe, wenn mutmaßlich nicht in Deutschland. Dogan sitzt also derzeit in U-Haft, weggeholt von einem Jahresauftaktmeeting, sang- und klanglos. Ein Top-Berater, der mit seiner Orga 10 Mio. PW im Monat Umsatz macht.

LR Pressesprechin BrinkmannUnd wie reagiert LR darauf? Obwohl Weihnachten schon vorbei ist, wird die nächste Nebelkerze gezündet. Von wem? Richtig, von Frau Brinkmann. „Ihre Nachfrage, ob heute bei uns die Staatsanwaltschaft im Hause ist, können wir nicht bestätigen. Fakt ist, dass Mitarbeiter der Finanzverwaltung Münster zwecks eines routinemäßigen Auskunftsverfahrens in Ahlen sind. Wie bei anderen Gelegenheiten geben wir dem gerne statt.“

Was das nun wieder bedeutet, fragt sich da der Redakteur samt geneigtem Leser? Wir wissen es nicht und wollen vorsichtshalber angesichts dieser doch wohl eher lässigen Wortwahl den Sinn dieser ebenso hilflosen wie ganz schön platten Ausrede nicht weiter hinterfragen. Zumal man das ja auch so verstehen könnte, dass LR solche Besuche eben „routinemäßig“ empfängt. Regelmäßig also?

Jedenfalls nimmt das Katz und Maus-Spiel der LR-Pressestelle kein Ende. Sechs Stunden später knickt man in Ahlen ein. Jetzt gibt man zu, was die Spatzen schon seit Stunden von den Dächern pfeiffen: Dogan sitzt und LR wurde von einem Staatsanwalt aufgefordert, Akten rauszurücken. Auf Druck der Medien presst Brinkmann mit zusammengekniffen Lippen raus, was der Münsteraner Oberstaatsanwalt Schweer auf Anfrage längst eingeräumt hat. Nämlich dass LR Besuch von Kollegen der Finanzverwaltung hatte, und dass ein Herr X – den Namen wollte er nicht preisgeben – in Haft sitze.

Interessant liest sich dazu der offizielle Brinkmann-Krisenkommentar: „Unserem Kenntnisstand nach wurde Herr Ilhan Dogan am Wochenende, im Zusammenhang mit Untersuchungen der Finanzverwaltung Münster zu einer scheinbar älteren Steuerangelegenheit, vorläufig in Untersuchungshaft genommen. Im Rahmen einer daraus resultierenden Routine wurden daher auch einige Büroräume bei LR Health & Beauty Systems durchsucht.“

Und weiter heißt es: „Diese Untersuchungen betreffen Herrn Dogan als Privatperson und stehen in keinem Zusammenhang mit dem Unternehmen LR Health & Beauty Systems oder seiner Tätigkeit für uns.“

Doch auch hier muss man sich zwangsläufig die Frage stellen, dass wenn einer der wichtigsten Imageträger der Unternehmens, der Frontmann, die Nr. 1, der türkische Supernetworker der nach eigenem Angaben einen Großteil des Umsatzes von LR in seiner Downline erwirtschaftet hinter schwedische Gardinen wandert, ob das selbstverständlich dessen persönliches Bier ist? Seine Privatsache? Und LR hat also damit überhaupt nichts zu tun?

Das klingt reichlich zynisch, was man dort von sich gibt und, müsste die Herren in der Geschäftsleitung und bei Apax eigentlich aufschrecken lassen. Zumal die LR-Krisendame, und da wird es dann richtig interessant, in ihren weiteren Ausführungen „mit Rücksicht auf die Privatsphäre von Hr. Dogan und mit Hinblick auf die laufende Routine nicht an Spekulationen beteiligen“ will und weitergehende Fragen derzeit nicht beantworten möchte.

Das klingt eher nach einem Maulkorb für die Presse. Nun Netcoo, Europas führendes Fachmagazin für Direktvertrieb und Network Marketing, lässt sich jedenfalls keinen umbinden…..

LR Headquarter Gibt es im LR-Headquarter tatsächlich Menschen, die glauben, man könne das Ahlener Dauerdrama, diesen Sumpf aus Unglaubwürdigkeit, Unwahrheiten und verantwortungslosem Umgang mit den Beratern, durch schlichtes Aussitzen meistern? Nach dem Motto: Dogan ist weg, Liebig ist weg. Ebenso wie übrigens die jeweiligen anderen Top-Berater der Länder Norwegen, Schweden, Dänemark, Australien und Frankreich. Hauptsache es kriegt keiner mit. Dann wird schon alles gut?

Die Fakten sprechen wohl eher eine andere Sprache: Der Imageschaden dürfte für das größte deutsche Network Marketing Unternehmen mittlerweile erschreckend sein. Das Vertrauen in die Haltbarkeit des Versprechens, man könne sich ein vererbbares passives Einkommen bei LR aufbauen, so wie es die damaligen Gründer mit Herzblut preisgegeben haben, dürfte schon erheblich demoliert sein. Jedes mal sogar noch ein bisschen mehr, wenn einer der Top-Berater auf der Strasse landet. Wie ein tragikkomischer Turbo, kommt da die Nachricht zu neuer Geltung, dass LR vom Landgericht Münster gerade erst kürzlich auf Auskunft und Zahlung verurteilt wurde. Die Richter verhandelten da einen Fall, in dem es um willkürliches Hin- und Herstrukturieren zum Nachteil des Top-10-Beraters Martin Yandimoglu (Platin Orgaleiter) ging. Einer Top-Führungskraft von Dogan übrigens.

Der nächste Termin am Landgericht im Münster findet im März statt. Yandimoglu freut sich vermutlich auf diesen Tag wie ein Bub über sein erstes Fahrrad, denn man erwartet bei Gericht illustre Zeugen, die, weil sie halt die Wahrheit sagen müssen, schon jetzt Schweißperlen auf der Stirn haben dürften. Dieser Prozess könnte einiges zu Tage förden.

Kurz gesagt: der Imageschaden könnte weiter wachsen. Krisenmanagement, bei einem Unternehmen, dass mittlerweile in 30 Ländern vertreten ist und über 250.000 Partner hat, müsste eigentlich anders aussehen, doch die Herren in der LR-Geschäftsleitung bleiben stumm – gab man sich bei der Liebig Kündigung offener, hört man in der Dogan Sache seit der lapidaren Pressemitteilung nichts mehr.

Nicht mal ein einziger verbindlicher Satz, wie das allgemein von einem Großkonzern üblicherweise anzunehmen wäre, kommt von LR, man werde zu einer schnellen Lösung der drastischen Vorwürfe und peinlichen Vorkommnisse beitragen. Vielmehr sitzt die Mannschaft im Elfenbein-Turm in Ahlen und schaut raus aufs grüne Feld, bittet drum dass keine Fragen mehr gestellt werden statt das zu tun, was man seinen 250.000 Beratern oder neuerdings Partnern in solch einem Fall schuldig ist: ehrliche, klare Antworten zu geben.

Zum Beispiel auf solche Fragen:

Was weiß LR über eventuelle Steuermauscheleien? Wohin hat LR eigentlich die Dogan-Boni gezahlt? Auf ein deutsches oder ausländisches Konto, mit oder ohne Umsatzsteuer? Und welches Material haben die Steuerfahnder samt Staatsanwaltschaft denn nun am Montag aus dem Gebäude getragen? Offen ist auch die Frage, wie LR seinen Top-Berater Dogan jetzt unterstützt? Dessen Unschuld oder Schuld man derzeit zwar nicht einschätzen kann, aber für ihn wie für jeden anderen auch die Unschuldsvermutung gelten muss.

Schmerzlich dürfte auch die Frage sein ob es denn sein kann, dass LR nun die nächste Führungskraft wie ein „Schweinchen zur Schlachtbank“ laufen lässt oder sogar aktiv hintreibt? Eine Frage, die für die Pressesprecherin wohl eher ein Alptraum sein dürfte. Von Hilfe seitens LR für die langjährige Führungskraft Dogan scheint ja nichts in Sicht zu sein, zumindest lässt man davon nichts in der Öffentlichkeit durchblicken.

LR beantwortet eben keine weiteren Fragen und schon laufen in der Branche die Gerüchte heiß, ob das unfassbare geschehen wäre und LR seinen Top-Berater gar „ans Messer“ geliefert haben könnte um eine weitere Nr. 1 aus dem Weg zu befördern? – dem Weg wohin, fragt sich da natürlich der geneigte Leser. Die Branche redet sich jedenfalls in den einschlägigen Internetforen schon die Köpfe heiß.

Aber da die Pressepolitik ja auf „Information verhindern“ ausgerichtet ist, statt aufzuklären um Spekulationen keinen Raum zu bieten, ist die Presse dazu verdammt, zu ermitteln, zu raten und zu spekulieren. Und zu fragen, ob jene Leute, die den einstigen Vorzeige-Konzern heute steuern, noch wissen, was sie da tun? Oder das gar jemals wussten?

Ein Kollege der Medienmitstreiter, kommentierte heute Morgen schmunzelnd:

„Das Personalkarussell dreht sich bei LR noch schneller, als ich mir die Namen merken kann. Drolligerweise wird das hier in der Region Ahlen gar nicht wahrgenommen, LR existiert im öffentlichen Bewusstsein gar nicht mehr. Nicht mal in der lokalen Wirtschaftspolitik. Wollen mal sehen, ob wir das ändern können…“

Auch Nebelkerzen sind irgendwann erloschen.

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