Verein will Geld von Helmut Spikker sehen!

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Da dürfte der Gründer des Direktvertriebsriesen LR Health & Beauty Systems GmbH (vormals LR-International) und langjähriger Mäzen des Fußballclubs LR Ahlen, Hemut Spikker, nicht schlecht gestaut haben. Der Fußballverein hat seinem Ex-Präsidenten eine gepfefferte Rechnung geschickt: über 833.000 Euro. „Eine Unverschämtheit und Frechheit“, wie Helmut Spikker auf die vorangegangene Ankündigung des Vereins in einem Interview erklärte.

Was war geschehen? Nachdem LR-Ahlen aus der 2. Bundesliga in die Regionalliga abgestiegen war, beendete Präsident Helmut Spikker mit einer Pressekonferenz im Mai 2006 die „Millionenschwere-Fußball-One-Man-Show“ in Ahlen und gab spektakulär seinen Rücktritt bekannt. Danach herrschte ein großer Umbruch bei LR-Ahlen.

Auch der bisherige Hauptsponsor mit dem neuen Mit-Gesellschafter Apax (Spikker zog sich bereits Ende 2004 aus dem operativen Geschäft zurück), die LR Health & Beauty Systems GmbH, gab kurz darauf bekannt, dass man sich Ende der Saison 2006 /2007 aus dem finanziellen Engagement zurückziehen werde. Zwar floss noch einmal eine siebenstellige Summe an den Verein, doch die war unweigerlich mit der Bedingung geknüpft, dass sich der Verein umbennen müsse. So wurde aus LR-Ahlen Rot-Weiß Ahlen.

Jahrelang hatte Spikker den Verein über sein Unternehmen LR gesponsert und nach eigenen Angaben ca. 50 Millionen Euro investiert. Der kometenhafte Aufstieg des Vereins war zweifelsohne auch mit dem Aufstieg des Unternehmens verbunden. Mit dem Geld von Spikker kam auch der Erfolg in die westfälische Kleinstadt.

Doch nach dem sportlichen Debakel in der Saison 2005/2006 und seinem langjährigen Engagement warf Spikker frustriert das Handtuch und erklärte am 10. Mai 2006, dass er den Verein schuldenfrei an den neuen Vorstand übergebe werde. „Der Verein ist schuldenfrei, das ist doch schon einmal eine solide finanzielle Grundlage“.( Zitat Helmut Spikker).

Trotz der Aussage von Helmut Spikker – „der Verein sei schuldenfrei“ – ergibt sich nun nach Angaben des neuen Vorstandes mit Blick auf die abgelaufene Saison 2005/2006 eine böse Überraschung in Form einer Unterdeckung in Höhe von über 800.000 Euro. Geld, das Verein in seinen laufenden Etat nicht eingeplant hatte und erst jetzt zum Vorschein kommt. Geld, welches der neue Vorstand nun von seinem Ex-Boss fordert.

Alte Seilschaften in Ahlen scheinen zerrissen, der hammerharte Schritt kommt nicht von ungefähr: Seitdem Spikker weg ist, regiert in Ahlen der Rotstift. Damit der Verein wegen der Unterdeckung nicht zum Insolvenzfall wird, arbeiten die Verantwortlichen derzeit mit Hochtouren an ein Sanierungskonzept. Ein Weg scheint dabei das prall gefüllte Portemonnaie von Spikker zu sein.

Spikker selbst reagiert unterdessen mit Kopfschütteln. Die Zeit wird zeigen, wie es in der Fußballprovinz Ahlen weitergeht und ob man sich vor dem Gericht wieder treffen wird.

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