Haltet die P(F)resse!

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Haltet die P(F)resse

Eine Woche nach der Verhaftung des einzig verbliebenen Seniorpräsidenten der LR Health & Beauty Systems, Ilhan Dogan, führte die Netcoo Redaktion ein mehrstündiges Pressegespräch mit dem LR-CEO Dr. Jens Abend. Es war innerhalb kurzer Zeit bereits das zweite Mal, dass LR die Netcoo-Redaktion zu einem Gespräch mit Dr. Abend einlud. Beim ersten Mal ging es um die fristlose Kündigung von Jürgen Liebig. Nach den uns heute vorliegenden Informationen muss dem LR-CEO Abend seinerzeit klar gewesen sein, dass der LR-Image-Himmel drauf und dran ist, sich pechschwarz zu verdunkeln. Die Liebig-Kündigung. Juristisch scharfe Auseinandersetzungen mit Top-Führungskräften. Inhaftierung von Dogan. Hausdurchsuchung. Eine Krisen-Meldung jagte die nächste. Und keine davon war oder ist mit der so gerne gepriesenen LR-Wertephilosophie vereinbar. Da muss sich die LR-Geschäftsführung wahrscheinlich gedacht haben, dass der sich anbahnende Schaden weniger schlimm ausfällt, wenn man vorher versucht, mit der Netcoo-Redaktion „Händchen“ zu halten. Und Wahrheit auf Raten verteilt. {!jomcomment}

Fakt ist: Erst nachdem Netcoo die LR-Pressestelle direkt mit der Verhaftung von Dogan konfrontierte, knickte diese ein und versendete eine offizielle Pressemitteilung (siehe Bericht vom 15.01.2009. http://www.netcoo.info/content/view/739/29/). Und erst nachdem Netcoo über die Ereignisse berichtete, informierte LR seine Führungskräfte. Die waren bis dahin mehrheitlich unwissend.

Auf Bitte von LR schickte Netcoo am Tag des Interviews (19.01.) vorweg einen Fragenkatalog. Im Laufe des Gespräches entwickelten sich dann aber weitere Fragen. Zum Beispiel ob LR wisse, dass der türkische Spitzen-Networker schon einmal zu einer Gefängnisstrafe wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde? Und ob es in diesem Zusammenhang schon einmal zu einer Hausdurchsuchung bei LR kam? Oder welche Unterlagen die Fahnder denn mitgenommen haben? Wie und was LR denn unternehme, um Dogan aus der U-Haft zu bekommen? Minütlich wurden die Fragen für Abend unangenehmer. Zumal er viele nicht beantworten konnte oder wollte.

Schon aus Gründen der fairen Berichterstattung gab Netcoo dem LR-Kapitän das geführte Interview samt seinen Antworten einige Tage später zur Nachbearbeitung. Was durchaus nicht üblich ist, uns aber aufgrund der schwierigen Situation Abend gegenüber als fair erschien. Und obwohl die Pressesprecherin dann in einer e-Mail ankündigte, man werde auf das geführte Interview kurzfristig Bezug nehmen, geschah dies nicht. Einige Tage später übersendete Netcoo LR per Fax weitere Fragen, die sich bei der intensiven Fakten-Recherche ergeben hatten.

Ebenfalls keine Antworten. Doch jetzt hatte Netcoo offensichtlich zu viel gefragt.

Prompt ließ uns Dr. Abend höchst persönlich per Fax am 09.02. folgendes wörtlich ausrichten: „Aufgrund der aktuellen Vorkommnisse und Ihrer Aktivitäten sehen wir uns leider gezwungen von einer Beantwortung vorläufig abzusehen. Weiterhin ziehen wir hiermit jedwede Autorisierung zur Veröffentlichung des Interview vom 19.01.2009 hier im Hause zurück. Wir bitten Sie zusätzlich, von weiteren Anfragen und Berichterstattungen zu unserem Hause abzusehen. Zitat Ende.

Parallel dazu informierte LR per e-Mail seine Führungskräfte, dass unter anderem von Netcoo und anderen Network-Medien offensichtlich keine faire und neutrale Berichterstattung zu erwarten sei.

„Wir kooperieren nicht mit Medien, die offenkundig versuchen, Misstrauen und Zwietracht zu säen“, heißt es da.

Eine Vorgehensweise über die man sich doch mehr als wundern darf, zumal Netcoo LR und damit dem ehemaligen Mc Kinsey Mann Abend alle nur denkbaren Gelegenheiten und außergewöhnlich viel Zeit gegeben hatte, sich zu den brisanten Vorfällen zu äußern. Aber genau das passt LR eben nicht in den Kram: Dass Netcoo überhaupt Fragen stellt. Und auf Antworten dringt.

Man wolle sich nicht mehr „die Zeit von initiierten Nebenkriegsschauplätzen stehlen lassen“, sagt LR seinen Führungskräften und versucht damit schon auf dem Vorwege Schadensbegrenzung zu betreiben. Denn Abend weiß natürlich sehr wohl, wie peinlich es wirken würde, wenn Netcoo den Fragenkatalog abdruckt und sich herausstellt, was er originär darauf antwortete. Nur mal soviel: Von ca. 30 gestellten Fragen verschlug es ihm bei mehr als der Hälfte die Sprache. Er flüchtete sich dann jeweils in die Bemerkung: „kein Kommentar“.

Zurück zu den „initiierten Nebenkriegsschauplätzen“. Diese Äußerung könnte glatt einen Comedypreis gewinnen, denn die Fachpresse hat weder einen Jürgen Liebig fristlos gekündigt, noch ist es unsere Sache, dass Ilhan Dogan in U-Haft sitzt, oder weitere internationale Berater gekündigt wurden und heute Prozesse gegen LR führen.

Diese Nebenkriegsschauplätze, die LR hier anspricht, sind hausgemachte, sehr ernsthafte LR-Probleme. Es drängt sich stark der Eindruck auf, dass LR unter allen Umständen verhindern möchte, dass Dinge nach außen dringen. Dinge, die nicht mit der Ethik und Moral des Unternehmens zusammenpassen, schon gar nicht vor dem Hintergrund, dass der smarte Ex-Mc Kinsey Mann Abend sich doch auch noch gleichzeitig zum Vorsitzenden des Unternehmensverbandes Direktvertrieb hat wählen lassen. Die Mauertaktik von Abend lässt weiterhin die Vermutung aufkommen, dass bei LR irgendetwas gehörig in die Schieflage geraten ist. Doch was? Was hat das Unternehmen zu verbergen?

Wir hoffen und glauben, dass Ilhan Dogan bald auf Kaution frei kommt, dann kann vielleicht etwas mehr Licht ins Dunkel gebracht werden. LR wird alles tun, um Dogan die Möglichkeit zu geben, seine Verteidigung auf sichere Füße zu stellen, um selbst möglichst wenig weiteren Kollateralschaden zu erleiden.

Nur wenn LR die wahrscheinlich sehr hohe Kaution stellt, gibt es die Möglichkeit sich miteinander abzustimmen und zu verhindern, das LR weiteren Schaden nimmt.

Netcoo wird sich jedenfalls trotz Boykottaufrufs, und nicht nur gegen Netcoo, sondern gegen die Fachpresse im Allgemeinen, nicht einschüchtern lassen und weiter der Öffentlichkeit ihr Recht auf Information ermöglichen.

Wir bleiben für Sie dran. In Kürze berichten wir weiter.

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