Es liegt was in der Luft ………..

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Helmut Spikker

… ein neuer Duft?
… Oder doch der alte?

Der Name Helmut Spikker verfehlt niemals seine Wirkung. Alleine schon seine Initialen – HSP – erzeugen in der Networkerwelt ähnlich viel Aufmerksamkeit wie die Air force One beim Landeanflug am Flughafen Frankfurt/Main. Nach dem spektakulären Verkauf von Spikker’s Glanzstück, dem LR-Konzern an den Investmentfonds Apax, war es still um den Multimillionär geworden. Ungewöhnlich still. Zu still. Konnte es tatsächlich sein, dass dieser unruhige Geist, dieser Visionär, dieser „Macher“ par excellence, plötzlich Spaß am „Rentnerdasein“ auf Mallorca haben könnte? Dass er so „satt“ ist? Kann eigentlich nicht sein – das war klar. Aber was tut er? Eine Frage, der Spikker über lange Monate mit kategorischem Schweigen begegnete. Eine Strategie, die sich nun ändert. Für den 17. April hat Helmut Spikker zu einer Pressekonferenz geladen. Er hat der Welt etwas zu sagen. Kein Wunder, dass nun die Gerüchteküche förmlich überbrodelt. Was hat er vor? Kommt er zurück ins operative Geschäft? Und wo? Bei LR? Überhaupt im Network? Fragen über Fragen. Netcoo hat sich Gedanken gemacht. Und ein paar Varianten für dieses mögliche Comeback ausgeknobelt … Journalistische Spekulationen eben. Lesen Sie mehr:


Variante Eins: Helmut Spikker kommt bei LR zurück ins operative Geschäft?

Erinnern wir uns an den Kurzauftritt Spikkers bei der Einführung von Colostrum im letzten Jahr. Die Westfalenhalle war eingetaucht in minutenlange Standing Ovations, als Spikker die Bühne betrat. Da hatte er noch keinen Ton gesagt – und die Halle bebte vor Begeisterung. Es blitzte das alte Feuer auf, jenes Feuer, das die spezielle Qualität der Beziehung zwischen Spikker und den LR-Beratern charakterisiert. Das Produkt Colostrum entwickelte sich mit diesem Spikkerschachzug für LR zu einem Kassenschlager. Zumal Colostrum beste Anwendungsergebnisse zeigt. (Mehr Infos zu Colostrum LINK). Spikker hatte schon oft den richtigen Produkte- Riecher bewiesen und er hatte seine Führungskräfte in der Vergangenheit im Griff.

Natürlich setzt diese Variante voraus, dass die Atmosphäre zwischen Spikker und Apax, dem federführenden Gesellschafter von LR, gut ist. Ob sie das ist? – wir können nicht Hellsehen. Vermutlicher Wahrheitsgehalt: 40 Prozent

Variante Zwei -Apax gibt LR wieder ab ?

Dass Apax planen könnte, LR abzustoßen, liegt jedenfalls im Bereich des Denkbaren. Dies hatte ja auch schon die damalige LR-Pressesprecherin Heike Potthoff verlauten lassen. Private Equity Fonds wie Apax sind ihren Anlegern verpflichtet – Renditeverplichtet – die Rendite muss eben stimmen. Man will (muss?) Kasse machen. Die Regel besagt: 3 -5 Jahre wird eine Beteiligung gehalten. Apax ist bei LR seit Ende 2004 investiert. Also knapp 3,5 Jahre. Es kann aber auch schneller gehen: Erinnern wir uns an den medienwirksamen Apax-Kauf der damaligen Bundesdruckerei.

Über eine Milliarde Euro investierte der Fonds um einige Monate später die Bundesdruckerei für einen symbolischen Kaufpreis von einem Euro wieder zurückzugeben. Ein Aufschrei in der Politik. In die Knie ging Apax dennoch nicht. Denn: Apax hatte ja wohl nur ein Viertel des Kaufpreises aus eigener Tasche gezahlt. Den Rest wurde über Kredite finanziert. Das damalige Ziel des Private Equity Fonds? Jährlich sollten ca. 30 Prozent Rendite rein kommen. Das ging letztlich schief. Aus der Rendite wurde nichts.

Das pikante an der Geschichte: Apax selbst befand sich wohl niemals im Kreditrisiko für diesen Kauf. Wie bei Private Equity Fonds en vogue, hatte das übernommene Unternehmen – hier die Bundesdruckerei – den eigenen Verkauf selbst zu finanzieren. Dazu wurde eine Dachgesellschaft (hier Gabriele IV als Vorratsgesellschaft, umbenannt in Authentos) gegründet, die den riesigen Schuldenberg übernahm. Die nicht nur für den Kredit, sondern eben auch für die darauf anlaufenden Zinsen geradezustehen hat. Eine solche Dachgesellschaft ist also, kurz gesagt, nichts anderes als eine Hülle, die zum Kauf und zur Risikominimierung bei Private Equity Fonds dient. Ein beliebtes Spiel bei Firmenübernahmen.


Zurück zu LR.
Hat Apax dieses in „Heuschreckenkreisen“ (Heuschrecke, so wurden diese Private Equity Fonds – die Firmenjäger – in der Vergangenheit vom damaligen SPD Vorsitzenden Franz Müntefering getauft) übliche „Geschäftsmodell“ auch beim Kauf von LR durchgespielt? Hat LR dann seinen Verkauf möglicherweise selbst finanziert? Nichts ist bekannt. Fakt ist, beim Einstieg von Apax bei LR, sollte das Unternehmen hochprofitabel gewesen sein – Private Equity Fonds kaufen in der Regel keine Sanierungsfälle.

Zurück zu Spikker. Würde er LR vor diesem Hintergrund zurückhaben wollen?
Und falls ja, wie könnte das aussehen?

Spekulieren wir also weiter….

a) Spikker kauft LR. Alleine? Der Kaufpreis dürfte dann geringer sein, als beim Verkauf? Vermutlicher Wahrheitsgehalt: 5 Prozent

b) Spikker kauft LR. Nicht alleine? Klingt schon besser. Zumal bekannt ist, dass Spikker an hochkarätigen Fonds und an die 60 Firmen beteiligt ist. Geld ist nicht das Problem.Vermutlicher Wahrheitsgehalt: 40 Prozent.

c) Apax verfolgt seinen ursprünglichen Plan und bringt LR an die Börse? Diesen Plan hatte Mould schon in der Vergangenheit bekannt gegeben. Für Apax ein Weg um Kasse zu machen. Spikker übernimmt dann vielleicht zusammen mit allen oder einzelnen Top ten die Mehrheitsanteile? Eine Variante, die vielleicht viele führende LR Leute ganz klar favorisieren würden. Zumal sich Dr. Jens Abend zunehmender Beliebtheit und Erfolgen in der Beraterschaft erfreut der es seinerseits offensichtlich geschafft hat, die Erinnerung an den kollateralen Berater-Kulturschock in Person von Nigel Mould stetig in Vergessenheit zu bringen. Mould hatte den Riesentanker LR in völlig falsche Fahrwasser gelenkt. Dr. Abend konnte dies inzwischen korrigieren. Freilich hat der Tanker nach wie vor den Mould’schen Tarnanstrich der Farbe „Nato oliv“. Aber das Fahrwasser stimmt wieder – zum Glück. Doch andere Führungskräfte sind da dann wohl eher abgeneigt: „Man hat uns schon einmal „verkauft“ – nie wieder“ – so hört man munkeln. Und wie würde Spikker an die Aktien kommen? Das Börsenumfeld ist momentan für einen IPO überhaupt nicht passend. Vermutlicher Wahrheitsgehalt: 30 Prozent.

Dogan Bei all diesen Szenarien drängt sich eine weitere zentrale Frage unweigerlich auf: Welche Rolle spielt bei all dem eigentlich die Nummer Eins von LR – Ilhan Dogan? Am 25. März erklärte Dogan öffentlich, er sei „unzufrieden“. (siehe Bericht vom 25.03.). Heiß auf neue Erfolge, aber unzufrieden. Die Diskussion um seine Person heizte er weiter an mit dem Bekenntnis, er sei auch mit anderen Unternehmen im Gespräch, die ihm „viel Geld bieten“. Gleichzeitig besteht er darauf, er sei „100 Prozent loyal gegenüber LR“. Nun gut, man weiß ja der Vorstand steht ja auch immer zu hundert Prozent hinter seinem Trainer: Schalke ist ja momentan das beste Beispiel – die haben Mirko Slomka gestern erst gefeuert…

Und: Dogan war nach eigener Aussage auch immer an Spikkers Seite wenn dieser neue Pläne hatte – zumindest in der Vergangenheit. Dogan gelobte auch Spikker durchwegs 100-prozentige Loyalität. Könnte sein, dass der Spagat schmerzhaft wird wenn er sich entscheiden muss, welches Wort er möglicherweise brechen muss. Doch Dogan dementiert derzeit vehement, das da wirklich was läuft.Vermutlicher Wahrheitsgehalt: 15 Prozent.


Variante Drei

Spikker gründet ein neues Network? Das wäre aller Wahrscheinlichkeit nach nur von einem Land aus möglich, in dem LR nicht aktiv ist. Warum? Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gibt es in Spikkers Vertrag mit Apax eine Konkurrenzklausel die ausschließt, dass er LR direkte Konkurrenz macht. Spikker hätte also die freie Wahl, wo er sich mit einem neuen Network niederlässt.
Vermutlicher Wahrheitsgehalt: 60 Prozent.

Bei der Gelegenheit: Eine Konkurrenz-Klausel hatte Achim Hickmann auch – und der machte daraus keinen Hehl. Allerdings stellt sich die Frage, warum Hickmanns Konkurrenzklausel offensichtlich schon abgelaufen ist – Spikkers hingegen nicht?

Noch wenige Tage und wir wissen mehr. Bleiben Sie dran, wir tun es auch…

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